New York wie Zürich: eNYC statt eZürich

27. Januar 2011, 16:03
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Während man in Zürich noch darüber diskutiert, welche Projekte der Stadtrat zur Förderung der IT-Industrie anpacken soll (und kann), ist New York City etwas weiter

Während man in Zürich noch darüber diskutiert, welche Projekte der Stadtrat zur Förderung der IT-Industrie anpacken soll (und kann), ist New York City etwas weiter.
Morgen will der Stadtrat von Zürich verkünden, welche Projekte die an einem dreitägigen Workshop engagierten Experten (meistens Vertreter der IT-Industrie selbst) der Stadt zweck Förderung des ICT-Standorts zur Umsetzung empfehlen.
Etwas weiter ist man in New York City (NYC), wo die Ausgangslage teilweise ähnlich wie in Zürich ist (nicht lachen). Wie auch die Limmatstadt bekommt nämlich "the big apple" eine Lungenentzündung, wenn die Finanzindustrie hustet. So wurde NYC vom Crash der Grossbank Lehmann Brothers hart getroffen und man kennt auch am Hudson das Phänomen, dass die klassische Industrie in den 90er Jahren praktisch in corpore (nach China oder Südamerika) ausgewandert ist.
Bereits 1991 übertrug die Stadtverwaltung die Wirtschaftsförderung einer Agentur, der New York City Economic Development Corporation (NYCEDC), die sich spätestens seit dem Lehmann-Crash sehr um die Förderung der IT-Industrie kümmert. Wie CNETheute schreibt, geht es der Agentur nicht einfach darum, mehr Engineering-Talente anzuziehen oder eine Start-Up-Kultur zu fördern, sondern vielmehr darum eine "digital city" aufzubauen.
So will die Agentur zusammen mit einer der wichtigen Universitäten einen Engineering-Campus in New York ansiedeln, die Entwicklung von bürgernahen "Apps" für mobile Geräte auch mit finanziellen Mitteln fördern und zusammen mit IBM und drei Universitäten das "Urban Technology Innovation Center" aufbauen, in dem neue Haustechnik entwickelt werden soll. Zudem bietet NYC Start-ups relativ günstigen Büroraum in Lofts (ehemalige Fabrikgebäude), samt Weiterbildung und der Nähe von ähnlichen Firmen.
Dass die Stadt New York, die eben den Preis eines U-Bahn-Abos (ohne das man in New York nicht wirklich leben kann) massiv erhöhen musste, Start-ups unterstützt, die Apps für iPhones und Spiele für Facebook entwickeln, könnte natürlich auch zu Unwillen in der Bevölkerung führen, wie CNET im durchaus lesenswerten Artikel feststellt.
Auch in diesem Punkt kann man eine Analogie zwischen Zürich und New York City feststellen, denn auch der Zürcher Stadtrat soll - geht es nach dem Gemeindeparlament - zu schmerzhaften Einsparungen gezwungen werden und will trotzdem "eZürich" fördern. (Christoph Hugenschmidt)

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