Nie mehr fliegen: Videokonferenzen in bisher unbekannter Qualität

23. März 2006, 18:55
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Hewlett-Packard zeigte auf den Interlakener X.days ein Video-Konferenz-System mit bisher unbekannten Möglichkeiten und Qualität

Hewlett-Packard zeigte auf den Interlakener X.days ein Video-Konferenz-System mit bisher unbekannten Möglichkeiten und Qualität.
Viele Grossfirmen haben teure Videokonferenz-Systeme, die Zusammenarbeit in weltweiten Arbeitsgruppen und im Management erleichtern soll. Geflogen wird zum Leidwesen der Buchhalter trotzdem, was das Zeug hält. Denn die Videokonferenz-Systeme sind bei den Firmen unbeliebt - die Datenübertragung ist zu langsam, die Bilder des oder der Gegenüber und die Sprachqualität sind zu schlecht.
Mit "Halo" hat Hewlett-Packard nun auf den Interlakener X.Days ein System für die weltweite Zusammenarbeit demonstriert, das die bisherigen Schwächen von Videokonferenz-Systemen ausmerzen soll. "Halo" eignet sich allerdings nur für Grossfirmen. Ein von HP ausgerüsteter, standardisierter Konferenzraum kostet etwa 550'000 Dollar, dazu kommen monatliche Kosten, in denen die nötige Bandbreite von 54 mbps inbegriffen ist, von etwa 18'000 Dollar pro Monat.
Erstaunliche Ton- und Bildqualität, einfache Bedienung
Bei HP ist man überzeugt, trotz des hohen Preises des Systems und der dazugehörigen Dienstleistungen auf eine gewisse Nachfrage unter weltweit operierenden Firmen zu stossen. Ein wichtiges Argument ist, dass der Kunde keine internen Techniker braucht und das System sehr einfach zu bedienen ist. Tatsächlich: An der Interlakener Vorführung von "Halo" zeigte sich, dass selbst tapsige Journalisten mit ein paar Mausklicks eine Verbindung zu einem dem Netz angeschlossenen weiteren "Halo"-Raum aufbauen können.
Erstaunlich ist die Bild- und Tonqualität. Auf drei grossen, hochauflösenden Plasma-Bildschirmen sieht man die weit entfernten Konferenz-Teilnehmer gestochen scharf und jedes Räuspern ist hörbar. So bietet "Halo" die Annäherung an eine echte Konferenz-Atmosphäre, in der auch nonverbale Kommunikation möglich ist.
Auf einem vierten grossen Bildschirm kann man entweder Bilder einer Kamera, die an der Decke des Raums befestigt ist, übertragen. Die Kamera wird ebenfalls mit der Maus gesteuert, hat einen grossen Zoom-Bereich, so dass selbst kleinste Details auf einer Platine sichtbar werden. Zudem kann man einen PC anschliessen, so dass man gemeinsam Präsentationen (nun gibt es also auch virtuelle Folien-Schlachten) oder jeglichen anderen Bildschirminhalt des PCs betrachten und diskutieren kann.
Schau mir in die Augen
"Halo" bietet tatsächlich eine realitätsnahe Konferenz-Atmosphäre. Allerdings vergisst man nie, dass das Gegenüber eben doch ein paar Tausend Kilometer entfernt ist. Denn der standardisierte, fensterlose Raum ist steril wie er steriler nicht sein könnte. Und die leicht konkave Anordnung der Plasma-Bildschirme hat den Effekt, dass der Gesprächspartner scheinbar einem nie direkt in die Augen blickt. Ein seltsames Gefühl: Jemand spricht mit einem, man weiss, dass er einem nun genau in die Augen schauen sollte und trotzdem guckt er immer auf den Tischnachbarn.
Trotzdem: Vielleicht hat die HP-Printing-Abteilung, die "Halo" zusammen mit Dreamworks entwickelt hat, dem Konferenz-System der Welt einen Dienst geleistet. Es gibt nun einen Grund weniger, in der Welt herumzudüsen und dabei Kerosin ohne Ende zu verbrennen. (Christoph Hugenschmidt)
(Foto: (c) by Hewlett-Packard.)

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