Nie mehr "side effects" dank Finnova und FHNW

15. September 2011, 15:29
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"Projekt Babelfisch" soll das Verhalten eines grossen Systems bei Software-Updates voraussagbar machen.

"Projekt Babelfisch" soll das Verhalten eines grossen Systems bei Software-Updates voraussagbar machen.
Kennen Sie das Problem der "side effects"? Wenn nicht, dann haben Sie wohl eher nicht mit grösseren Software-Projekten zu tun, denn "Nebeneffekte" sind so verbreitet wie gefürchtet. Es geht darum, dass bei Änderungen an grösseren, aus mehreren Schichten (z.B. Datenbank, Applikation, App-Server, User-Interfacce) bestehenden Software-Systemen oft unerwünschte und vor allem unerwartete Auswirkungen irgendwo im System auftreten.
Der Grund für die unerwünschten Nebeneffekte, die grosse Kosten und Imageschäden (etwa wenn nach einem Software-Update Bankomaten falsche Kontostände anzeigen) verursachen können, ist, dass man nicht genau weiss, welche Abhängigkeiten es in einem grösseren Software-System gibt, zum Beispiel welches Modul einer Software "auch noch" auf eine bestimmte Tabelle in der Datenbank schaut.
Steigerung der Software-Qualität
Der Lenzburger Software-Hersteller Finnova will das Problem nun mit dem Projekt "Babelfisch" zusammen mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) Windisch definitiv und wissenschaftlich angehen. Im Projekt soll ein "Quality Data Warehouse" im Oracle- und Finnova-Umfeld gebaut werden, in dem alle Abhängigkeiten der vielen Komponenten (Datenbank, Millionen von Zeichen Code in unterschiedlichen Sprachen, vor allem Java) erfasst werden.
Gelingt das Projekt Babelfisch, so werden sich daraus für Finnova-Kunden zwei ganz konkrete Vorteile ergeben, wie uns Projektleiter Meinrad Hermanek von Finnova erklärte. Man wird erstens bei Updates - Finnova kennt monatliche oder quartalsweise Updates - genau sagen können, welche Komponenten des Banking-Systems getestet werden müssen und welche nicht. Bereits dies wird bei Finnova und bei den Kunden zu signifikanten Einsparungen führen und künftig ausserdem noch raschere Updates ermöglichen.
Zweitens wird man die Zahl der Abhängigkeiten im ganzen System reduzieren können und damit das System stabiler, sicherer und flexibler machen können.
Das Projekt Babelfisch hat für die FHNW den Vorteil, dass ein real existierendes System untersucht werden kann, man also nicht mit fingierten "Modellen" arbeiten muss.
Allerdings wird man "Babelfisch" nicht einfach für den Test von anderen Systeme verwenden können, da das System ja zuerst im Data Warehouse abgebildet sein muss. "Man muss ein paar Millionen Zeilen Code abbilden. Das macht man nicht einem halben Tag," so Hermanek. (Christoph Hugenschmidt)

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