Niemand will T-Systems heiraten

13. Juli 2007, 09:52
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Der IT-Dienstleister ist zu fett, zu wählerisch und kostet zu viel.

Der IT-Dienstleister ist zu fett, zu wählerisch und kostet zu viel.
Der deutsche IT-Dienstleister T-Systems ist bekanntlich seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem "Partner" für die internationale (vor allem USA) Expansion. Was mit "Partner" genau gemeint ist, ist nach wie vor unklar. Am ehesten wird mit einem Joint Venture gerechnet. Ein reiner Verkauf von T-Systems ist ausgeschlossen. Seit dieser Ankündigung sind praktisch alle grossen IT-Dienstleister der Welt als mögliche Partner ins Spiel gebracht worden. Konkretes hat sich bisher nicht ergeben – und wird sich wohl auch nicht, wie das 'Handelsblatt' heute berichtet. T-Systems sei schwer verkäuflich, alle Interessenten hätten sich zurückgezogen.
Und tatsächlich: Seit einer Woche ist bekannt abgewunken.
Drei Hürden
Doch wieso will sich niemand mit T-Systems zusammentun? Es gibt drei Hürden: Erstens kostet T-Systems zu viel. Analysten gehen davon aus, dass das Mutterunternehmen Deutsche Telekom bei einem Verkauf mindestens das Siebenfache des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erzielen müsse – bei einem Teilverkauf entsprechend weniger. Die gesamte Sparte sei demnach knapp sechs Milliarden Euro wert.
Zweitens sei T-Systems viel zu gross, das heisst der Personalbestand ist zu hoch. Drittens ist die Telekom viel zu wählerisch. Sie akzeptiert nur Partner, die IT-Dienstleistungen und Telekommunikation kombiniert anbieten können.
Nur noch Finanzinvestoren
Weil es zunehmend schwieriger wird, einen Partner für T-Systems zu finden, werden nun zwei Möglichkeiten erwägt: Die Telekom kauft selbst einen IT-Dienstleister, oder sie restrukturiert T-Systems gründlich, um anschliessend einen Investor zu finden. Doch ein Kauf dürfte teuer sein und gegen eine Restrukturierung spricht der Zeitdruck. Laut Insidern habe die Grosskundensparte schon heute "so gut wie keine Aufträge", weil die Zukunft von T-Systems unklar ist.
Es bleibt noch die Möglichkeit, dass eine Private-Equity-Gesellschaft in T-Systems investieren wird. Doch genau diese Option hatte T-Systems noch vor vier Monaten ausgeschlossen: "Die bringen nur Geld, wir brauchen aber Partner, die uns erlauben, zu expandieren." Die Zukunft von T-Systems bleibt unklar. (mim)

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