Nix (messbares) gespart: Schweizer Grossunternehmen reduzieren Outsourcing (Update)

12. Oktober 2009, 14:14
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Gemäss einer Cognizant-Studie sagt eine grosse Mehrheit der Reduzierer, dass sich ihnen "der finanzielle Mehrwert von Outsourcing nicht erschliesse".

Gemäss einer Cognizant-Studie sagt eine grosse Mehrheit der Reduzierer, dass sich ihnen "der finanzielle Mehrwert von Outsourcing nicht erschliesse".
Da sagen doch Outsourcing-Anbieter immer, dass sich durch die Auslagerung der IT (potentiell und neben anderen Vorteilen, versteht sich) massiv Kosten sparen lassen. Und jetzt dies: Der Kostendruck in der Wirtschaftskrise scheint einige Schweizer Unternehmen, zumindest Grossunternehmen, gemäss einer Studie von Cognizant nicht etwa zu vermehrtem IT-Outsourcing zu bewegen. Im Gegenteil: 27 Prozent der befragten Schweizer Konzerne haben in diesem Jahr, gemäss der Studie ihre Outsourcing-Aktivitäten reduziert. Ein prominenter Vertreter dieser Kategorie, über den wir gerade heute berichten, ist übrigens die SBB.
Cognizant unterhielt sich für die Studie mit Vertretern von Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Dollar Jahresumsatz. Neben den Schweizern wurden auch CIOs und CFOs von Unternehmen in Deutschland, den Benelux-Staaten, Frankreich, Skandinavien und Grossbritannien befragt, insgesamt 263. Und über alle Länder gesehen ist der Trend noch deutlicher: Insgesamt haben 40 Prozent der Unternehmen Outsourcing reduziert.
(Update 13.10.: Inzwischen haben wir von Cognizant eine weitere Zahl erhalten, die das Ganze etwas relativiert: Knapp 22 Prozent der Schweizer Befragten wollen ihre Outsourcing-Investitionen in nächster Zeit erweitern.)
Sparen am, statt mit Outsourcing
Von den Schweizer Befragten, in deren Unternehmen Outsourcing zurückgefahren wurde, erklärten gemäss Cognizant die grosse Mehrheit von 86 Prozent, dass sich ihnen der "der finanzielle Mehrwert von Outsourcing nicht erschliesse." Übersetzt: Sie hatten wohl eher das Gefühl, dass sie die Auslagerung gewisser IT-Teile letztendlich teurer zu stehen kam, als der Betrieb im eigenen Haus, und versuchen nun am Outsourcing zu sparen, statt mit Outsourcing.
Cognizant kommentiert, dass sich die Befragten durchaus der (anderen) Vorzüge ausgelagerter Dienste oder Geschäftsbereiche bewusst seien. Darüber, wie positiv die entsprechenden Zahlen sind, kann man sich aber wohl streiten: 65 Prozent der CFOs und CIOs aus der Schweiz sehen im Outsourcing eine Möglichkeit, auf Qualifikationen zurückzugreifen, die ihnen intern nicht zur Verfügung stehen. 42 Prozent glauben, dass ihnen Outsourcing die Einführung von innovativen Prozessen und Praktiken öffnet. Und dass die Auslagerung von IT-Prozessen interne Ressourcen befreie, und so ein besserer Fokus auf das Kerngeschäft möglich werde, glauben 27 Prozent – Cognizant findet "immerhin", andere würden hier wohl eher ein "nur" setzen.
Der falsche Weg?
Zum Ausmass der Reduktion stellte Cognizant keine Fragen. Trotzdem sind die Resultate der Studie wohl keine "Good News" für Cognizant, selbst Anbieter im Outsourcing-Bereich. Stefan Metzger, Country Manager von Cognizant Schweiz, hält denn auch dagegen: "Auf der einen Seite sind viele Unternehmen momentan gezwungen, ihre Strukturen zu straffen, um kurzfristig Kosten zu optimieren. Überstürzt am Outsourcing zu sparen wäre allerdings nicht der richtige Weg. Im Gegenteil: Gerade mit einer cleveren Outsourcing-Strategie können Unternehmen entscheidende Kosten- und Wettbewerbsvorteile schaffen."
Metzger glaubt, dass vor allem eine höhere Standardisierung helfen könnte, den Mehrwert zu messen und die genannten Vorteile einzufahren: "Über die grundsätzlichen Potenziale des Outsourcings sind sich viele Führungskräfte einig. Jedoch sind sie sich oft nicht der Wirtschaftlichkeit konkreter Vorhaben und der Beurteilung des langfristigen Mehrwerts sicher. Alle Marktteilnehmer sollten daran arbeiten, Outsourcing als Managementwerkzeug mit einheitlichen Standards zu etabilieren." (Hans Jörg Maron)

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