(Noch) kein Nachfolger für Pauly als T-Systems-Chef?

1. Juni 2007, 15:37
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Die Telekom will angeblich mit der Bestallung eines Nachfolgers für Lothar Pauly als Chef von T-Systems abwarten, bis eine Lösung (Joint-Venture?, Verkauf?) gefunden ist.

Die Telekom will angeblich mit der Bestallung eines Nachfolgers für Lothar Pauly als Chef von T-Systems abwarten, bis eine Lösung (Joint-Venture?, Verkauf?) gefunden ist.
Lothar Paulys nur mit wenigen Worten begründeter Abgang als Chef des deutschen Outsourcing-Riesen T-Systems wurde in der deutschen Wirtschaftspresse einhellig kommentiert. Pauly sei über seine Vergangenheit bei der Siemens COM-Sparte, die in Bestechungsaffären verwickelt war und unterdessen in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht worden ist, gestolpert.
Nun wartet die 'Financial Times Deutschland' mit einer interessanten These auf. Unter Berufung auf "Konzernkreise" schreibt das Blatt, man wolle mit der Einsetzung eines Nachfolgers für Pauly warten, bis ein geeigneter Partner für T-Systems gefunden worden ist.
Die T-Systems-Mutter Deutsche Telekom hat keinen Hehl daraus gemacht, dass man die IT-Tochter loswerden möchte. Die meistgehandelte Version ist, dass T-Systems in ein Joint-Venture mit einem grossen, international präsenten Outsourcer/Systemintegrator einbringen will. Es gibt gemäss 'FT' eine Liste potentieller Interessenten und die ersten Gespräche sollen bereits geführt oder demnächst aufgenommen werden.
Worum es geht
Im Grunde genommen geht es der Deutschen Telekom um drei Ziele. Einerseits will man bei T-Systems - in Deutschland mit 55'000 Angestellen ein Riese - Stellen abbauen. Dies geht besser, wenn T-Systems nicht mehr alleine dem Ex-Monopolisten gehört. Die Angestellten der deutschen Telekom haben aus historischen Gründen einen hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad und sind durchaus auch bereit, zu streiken. T-Systems macht etwa 23 Prozent seines Umsatzes mit der Mutterfirma und diese möchte ihre Informatik-Kosten senken.
Zum zweiten mangelt es T-Systems an Kapazitäten in Tieflohnländern. Konkurrenten wie EDS, IBM, Tata oder Accenture können einen Teil der Aufträge für Software-Entwicklung, Systemmanagement und -Wartung in Indien oder anderen Offshore-Standorten erledigen lassen und deshalb zu tieferen Preisen offerieren.
Zum Dritten fehlt es T-Systems an einem globalen "Footprint" - grossen, fähigen Niederlassungen in der ganzen (industrialisierten) Welt. Solche aber braucht es, wenn man Aufträge von globalen Unternehmen gewinnen will. (Christoph Hugenschmidt)

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