Nokia auf den Spuren von Blackberry und Co.

13. September 2005, 13:08
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Neue Server-Software von Nokia ermöglicht E-Mail-Push für Unternehmen.

Neue Server-Software von Nokia ermöglicht E-Mail-Push für Unternehmen.
Nokia hat heute unter dem Namen "Nokia Business Center" eine neue Software lanciert, die Angestellten den Zugriff auf Unternehmens-E-Mail über Smartphones und andere mobile Geräte ermöglichen soll. Das Zauberwort auf dem Gebiet mobile E-Mail ist momentan "Push": Die Mails, Kontakte und Kalenderdaten werden kontinuierlich auf das Endgerät geladen, so dass der User, wenn er sie anschauen möchte, nicht erst darauf warten muss.
Der Markt weckt Begehrlichkeiten: Obwohl viel davon geredet wird und trotz des Erfolges von RIM (Blackberry) ist er noch weitgehend unerschlossen. Gemäss Nokia schätzen Marktforscher dass es weitweit 650 Millionen Unternehmens-Mailboxen gibt. Demgegenüber stehen erst rund 10 Millionen Anwender von mobilen E-Mail-Services. Mary McDowell, Executive Vice President bei Nokias Enterprise Solutions-Gruppe, erklärt dazu selbstbewusst: "Gegenwärtig versuchen viele Player in der Industrie, einen Teil dieses Marktes für sich zu erobern. Nokia will die ganzen 650 Millionen Inboxen."
Der bekannte und erfolgreiche Pionier auf dem "Push"-Gebiet ist die erwähnte kanadische Firma Research in Motion (RIM) mit ihrem "Blackberry"-System. Nokia stellt sich nun mit seinem "Nokia Business Center", das ebenfalls Push ermöglicht, als direkter Konkurrent zu RIM auf. Und ein weiterer bekannter Player auf dem Gebiet wird Microsoft sein: Mit dem Service Pack 2 für den Exchange Server wird dieser "Push"-fähig – und das gratis. Für RIM, Nokia und andere Anbieter wird sich die Frage stellen, ob sie genügend zusätzliche Funktionen und Komfort bieten können, damit sich Unternehmen ihre Zusatzsoftware leisten.
Das Nokia Business Center kommt ohne Zwischenspeicherung der Daten aus sondern öffnet einen direkten Pfad zwischen Server und Endgerät. Dies ermöglicht gemäss Nokia eine nahtlose Verschlüsselung und direkte Synchronisation der Daten. Zum Business Center gibt es zwei Arten von Clients, eine kostenlose Standard-Variante und eine "Professional"-Variante mit Aufpreis. Beide Clients verlangen ein Java MIDPI 2.0-fähiges Endgerät. Mit dem Standard-Client können Mails gelesen, geschrieben und gelöscht, sowie lokale Ordner verwaltet werden. Die Professional-Variante soll zusätzlich eine gemäss Nokia Desktop-E-Mail-ähnliche grafische Oberfläche bieten. Ausserdem kommen unter anderem der volle Support von Attachments, eine Suchmöglichkeit in lokalen Ordnern und die Möglichkeit, auf die Kontaktinformationen aller Angestellten zuzugreifen.
Nokia Business Center ist ab dem vierten Quartal erhältlich, weitere Informationen findet man hier.
Nokia will die neue Software einerseits über Netzwerkbetreiber (die das Ganze auch als Service unter eigenem Namen anbieten können) und andererseits über akkreditierte Reseller vertreiben. Über mögliche Ansprechspartner für Schweizer Kunden oder interessierte Systemintegratoren sowie und über das Pricing der Software konnten wir leider heute von Nokia noch keine Auskunft erhalten. (Hans Jörg Maron)

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