Nokia Here für 2,8 Milliarden verkauft

3. August 2015, 08:09
  • international
  • nokia
  • verkauf
  • übernahme
image

Nokia Here wird wie vermutet von BMW, Audi und Daimler gekauft. 2,8 Milliarden Euro lassen sich die deutschen Autohersteller die Übernahme des Kartendienstes kosten.

Nokia Here wird wie vermutet von BMW, Audi und Daimler gekauft. 2,8 Milliarden Euro lassen sich die deutschen Autohersteller die Übernahme des Kartendienstes kosten. Die drei Partner übernehmen Here jeweils zu gleichen Teilen. Keiner von ihnen strebe eine Mehrheit an, teilten die Unternehmen heute mit. Der Deal soll im ersten Quartal 2016 über die Bühne gehen, vorausgesetzt die zuständigen Kartellbehörden stimmen dem Verkauf zu.
Nokia rechnet damit, bei dem Verkauf einen Buchgewinn von einer Milliarde Euro zu erzielen. Der Betrag von 2,8 Milliarden Euro soll noch um einige Verbindlichkeiten von Here reduziert werden, so dass dem finnischen Konzern am Ende gut 2,5 Milliarden Euro zufliessen sollen. Über die Jahre hatte Nokia aber einige Milliarden mehr in den Ausbau des Dienstes investiert. Here hatte Ende Juni rund 6450 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz als Nokia-Sparte um ein Viertel auf 551 Millionen Dollar und es gab einen operativen Gewinn von 28 Millionen Dollar.
"Digitale Revolution der Mobilität"
In der Autobranche ist die Digitalisierung ein grosses Zukunftsthema. Here werde eine "Schlüsselrolle bei der digitalen Revolution der Mobilität" spielen, erklärte BMW-Chef Harald Krüger. Daimler-Chef Dieter Zetsche bezeichnete hochpräzise digitale Karten als einen entscheidenden Baustein für die Mobilität der Zukunft. Die Autobauer wollen mit der Technik etwa Gefahrenwarnungen in Echtzeit vor Glatteis oder vor Staus anbieten. Hochpräzise Karten sind zudem Basis für das autonome Fahren, das Schritt für Schritt Realität werden soll. Um den Verkehr zu meistern, brauchen selbstfahrende Fahrzeuge sehr präzise Strassenkarten.
Über den Kauf von Europas grösstem Kartendienst war seit Monaten spekuliert worden. Die drei Autobauer hatten sich zusammengetan, um zu verhindern, dass die Schlüsseltechnologie für Navigation, Assistenzsysteme und autonomes Fahren in die Hand von Google oder einem anderen Internetkonzern gerät. Sie fürchteten eine zu grosse Abhängigkeit, denn Here wird in Europa in vier von fünf Autos genutzt. (sda/kjo)

Loading

Mehr zum Thema

image

Inventx übernimmt DTI-Gruppe

Der Spezialist für Datentransformation und Informationsmanagement hat einen neuen Besitzer, bleibt aber eigenständig.

publiziert am 27.1.2023
image

Sunrise will nicht freiwillig auf Huawei verzichten

Ohne politischen Druck werde man nicht auf die Mobilfunktechnologie des chinesischen Anbieters verzichten, sagte der CEO der Muttergesellschaft.

publiziert am 26.1.2023
image

Auch bei IBM stehen weltweit Entlassungen an

Der Konzern will rund 4000 Jobs streichen. Betroffen sind diejenigen Bereiche, die nicht in Kyndryl und Watson Health ausgelagert wurden.

publiziert am 26.1.2023
image

W&W Immo Informatik übernimmt Fairwalter

Das Portfolio des Anbieters von Immobiliensoftware soll durch die Applikation von Fairwalter komplettiert werden.

publiziert am 26.1.2023