Nokia investiert in Forschung und Entwicklung statt in Löhne

16. März 2021, 15:00
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Nokia streicht in den kommenden Jahren bis zu 10'000 Stellen, um im Rennen um 5G-Aufträge aufholen zu können.

Der Netzwerkausrüster Nokia will mit dem Abbau von bis zu 10'000 Arbeitsplätzen die Kosten deutlich senken. Die Einsparungen sollen bis Ende 2023 dauerhaft rund 600 Millionen Euro betragen, wie der finnische Konzern in Espoo mitteilte.
Auf Sicht von 18 bis 24 Monaten sollen von aktuell rund 90'000 Mitarbeitenden nur etwa 80'000 bis 85'000 übrig bleiben. Die genaue Anzahl hänge von der Entwicklung der Absatzmärkte in den nächsten 2 Jahren ab.
Parallel zum Stellenabbau will Nokia mehr Geld in die Forschung und Entwicklung rund um 5G, digitale Infrastruktur und Cloud-Leistungen stecken.
Dem EuroStoxx-Konzern machte zuletzt eine abflauende Nachfrage zu schaffen. Wie seit Februar bekannt ist, rechnet Chef Pekka Lundmark 2021 mit einem bestenfalls nur stabilen Erlös, weil vor allem in Nordamerika die Nachfrage nach einer Aufrüstung der Mobilfunknetze auf den schnelleren 5G-Datenfunk nachlassen dürfte.
In der Schweiz baut Nokia das 5G-Netz von Salt, wie 2019 bekannt wurde.
Der Schritt ist Teil einer Strategie, die im Oktober 2020 vorgestellt wurde, um ein neues Betriebsmodell zu etablieren. Von diesem erhofft sich Nokia, besser mit den wettbewerbsintensiven Märkten zurechtzukommen, in denen es beispielsweise gegen Ericsson antritt. Denn der schwedische Konkurrent hat es geschafft, 5G-Netze schneller als erwartet aufzubauen und seine Profitabilitätsziele früher als geplant zu erreichen, wie 'Bloomberg' festhält.
Mehr Details zur Strategie will das Management am 18. März im Rahmen eines Kapitalmarkttages vorstellen.
Die Nokia-Aktie stieg bis 14.50 Uhr in Helsinki um 0,7%.

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