Nokia kauft Symbian und gründet offene Handysoftware-Plattform

24. Juni 2008, 09:51
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Symbian OS, S60 (Nokia), UIQ (Sony Ericsson) und MOAP (NTT) fliessen in neu gegründete Symbian Foundation. Kampfansage an Google, Microsoft & Co.

Symbian OS, S60 (Nokia), UIQ (Sony Ericsson) und MOAP (NTT) fliessen in neu gegründete Symbian Foundation. Kampfansage an Google, Microsoft & Co.
Nokia hat heute die komplette Übernahme des britischen Softwareherstellers Symbian bekannt gegeben. Der finnische Handyhersteller will die restlichen 52 Prozent der Anteile, die noch nicht in seinem Besitz sind, zu einem Barpreis von 3,647 Euro pro Aktie beziehungsweise 264 Millionen Euro übernehmen. Die Unternehmen Sony Ericsson Mobile, Ericsson, Panasonic Mobile Communications und Siemens, die 91 Prozent der restlichen Anteile besitzen, haben bereits dem Verkauf ihrer Symbian-Aktien zugestimmt. Laut Nokia wird auch Samsung das Angebot akzeptieren. Der Kauf soll im vierten Quartal 2008 abgeschlossen werden.
Der 1998 gegründete Softwareanbieter Symbian (ein Spin-off des PDA-Pioniers Psion) stellt Betriebssysteme für Handys her und ist in diesem Bereich marktführend. Mittlerweile wurden weltweit 200 Millionen Handys und Smartphones von acht Handy-Herstellern mit Symbian-Software verkauft. Schon heute arbeiten mehr als 4 Millionen Entwickler weltweit an Zusatzsoftware für Symbian. Diese Zahl dürfte sich in Zukunft erhöhen, denn Nokia hat heute auch die Gründung der Symbian Foundation bekannt gegeben.
Offene Plattform
Zusammen mit AT&T, LG Electronics, Motorola, NTT DoCoMo, Samsung, Sony Ericsson, STMicroelectronics, Texas Instruments und Vodafone will Nokia eine gebührenfreie und offene Plattform anbieten. Dabei sollen die Produkte Symbian OS, S60 (Nokia), UIQ (Sony Ericsson) und MOAP (NTT) vereint werden. Einzelne Komponenten dieser Plattform sollen als Open Source zur Verfügung gestellt werden. Die frei verfügbare Handy-Software soll im Laufe der nächsten zwei Jahre verfügbar sein.
Die neue Allianz ist eine klare Kampfansage an Google, Microsoft, Apple und RIM, die alle im Markt für Smartphone-Software mitmischen (wollen). (Maurizio Minetti)

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