Nokia Siemens' Zukunft immer noch offen

14. April 2011, 13:53
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Der finnische Handyhersteller Nokia und der deutsche Industriekonzern Siemens prüfen gemäss einem Bericht des 'Wall Street Journal' weiter mögliche Optionen für ihr verlustreiches Joint-Venture Nokia Siemens Networks (NSN). Möglicherweise käme auch der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung in Frage, so die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen. Ein 51-prozentiger Anteil könnte rund 2 Milliarden US-Dollar wert sein, schätzen Insider. Besonders Private-Equity-Firmen hätten bereits mehrfach Interesse an NSN gezeigt. Die NSN-Besitzer würden jedoch nicht aktiv nach Käufern suchen.
Nokia und Siemens hatten hochfliegende Pläne für das Gemeinschaftsunternehmen. Bei der Gründung im April 2007 träumte man noch davon, dass NSN zum drittgrössten Telekom-Netzausrüster der Welt werden könnte. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren allerdings stets Verluste erwirtschaftet und damit die Bilanzen der Besitzerfirmen belastet. NSN beschäftigt weltweit 60'000 Personen und ist auch in der Schweiz mit knapp 300 Mitarbeitenden präsent.
Gemäss dem Bericht des 'WSJ' könnten nun mehrere Deals von NSN gefährdet sein. In den USA steht etwa der Vertrag mit T-Mobile für Ausrüstungen für die mobile Breitbandtechnologie HSPA+ auf dem Spiel, nachdem AT&T die Auslandstochter der Deutschen Telekom übernehmen will. Auch eine 7-Milliarden-Vereinbarung mit dem Mobilfunk-Startup LightSquared stehe auf der Kippe, da das Unternehmen prüft, entsprechende Netzkapazitäten von Mitbewerbern aufzukaufen.
Wie ein NSN-Sprecher sagte, würden Nokia und Siemens zwar die Möglichkeiten einer Beteiligung durch eine Private-Equity-Firma prüfen. "Alle anderen Szenarien sind aber pure Spekulation". Und Nokia-Financhef Timo Ihamuotila, doppelt nach: "Sämtliche Aussagen, dass wir einen Verkauf von NSN als Ganzes prüfen, sind unwahr." (bt)

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