Nortel-Patente gehen nicht an Google

1. Juli 2011, 10:04
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Apple, EMC, Ericsson, Microsoft, RIM und Sony sichern sich für 4,5 Milliarden Dollar massiven Patentschild.

Apple, EMC, Ericsson, Microsoft, RIM und Sony sichern sich für 4,5 Milliarden Dollar massiven Patentschild.
Die rund 6000 Patente aus den Ruinen des zahlungsunfähigen kanadischen Telco-Ausrüsters Nortel gehen an ein Bieterkonsortium bestehend aus Apple, EMC, Ericsson, Microsoft, RIM und Sony, wie Nortel mitteilte. Die Firmen zahlen 4,5 Milliarden US-Dollar für die Patente. "Die Grösse und der Preis dieser Transaktion ist einmalig, ebenso das signifikante Interesse am Portfolio durch wichtige Unternehmen aus der ganzen Welt", freute sich Nortel-CSO George Riedel. US-amerikanische und kanadische Behörden müssen den Deal noch absegnen, ein erstes Treffen soll am 11 Juli stattfinden und die Transaktion bis Ende Jahr abgeschlossen sein.
Google geht leer aus
Die Auktion für die "en bloc" versteigerten Patente war in letzter Minute verschoben worden.
Wer sich ausser dem Suchmaschinengiganten für die Patente interessierte war Gegenstand heftiger Spekulationen. Immer wieder fielen auch die Namen Apple, Motorola und RIM, aber auch Microsoft oder die RPX Corp, ein Unternehmen, das auf Patentkäufe spezialisiert ist.
Umfassender Patentschild
Auf dem Tisch lagen Patente und Patentanträge aus den Bereichen der vierten Mobilfunkgeneration, Internet, Daten- und Sprachübertragung sowie Chip-Technologie. Die Patente sind für die Käufer interessant, weil sie insbesondere die Zukunft des Mobilfunks betreffen: Der LTE-Standard dürfte dereinst den aktuellen UMTS-Standard für Internet auf mobilen Geräten ablösen.
Zudem sehen Marktbeobachter darin einen umfassenden Patentschild, der den Käufer gegen Patentklagen der Konkurrenz schützen könnte. Mit der Breite, welche das Paket abdeckt, wäre es im Falle von Rechtsstreitigkeiten wohl ein Leichtes, darunter ein Patent zu finden, womit der Kläger selber eingeklagt werden könnte.
Dass ausgerechnet Google leer ausgegangen ist, kommentiert 'TechCrunch' süffisant: "Aua. Das Konsortium, das sind alle ausser Google." Damit bleibe Google angreifbar und müsse mit weiteren Klagen rechnen. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Android-Hersteller mit geschickter Lobbyarbeit gegen die Absegnung des Deals durch die Behörden wehren werde. (pk)

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