NotPetya: USA klagen russische Staats-Hacker an

20. Oktober 2020, 10:18
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Die 6 Angeklagten sollen für spektakuläre Hacks verantwortlich gewesen sein. Russland weist alle Schuld von sich.

US-Behörden haben 6 mutmassliche Hacker aus dem russischen Militärgeheimdienst GRU im Zusammenhang mit mehreren prominenten Cyberattacken der vergangenen Jahre angeklagt. IT-Sicherheitsexperten hatten schon seit langem Hinweise auf russische Geheimdienst-Hacker als Drahtzieher der Attacken präsentiert.
Unter den Hacks ist auch der grosse Angriff mit der Ransomware NotPetya im Juni 2017, der unter anderem die Reederei Maersk und den Nivea-Hersteller Beiersdorf traf. Ausserdem gehört dazu ein Hack vom Dezember 2015, der die Stromversorgung in Teilen der Ukraine unterbrach, wie aus der am 19. Oktober veröffentlichten Anklage hervorgeht. Es ist nach wie vor der einzige bekanntgewordene erfolgreiche Cyberangriff auf einen Energieversorger.
Zu den weiteren Anklagepunkten gehören die Cyberattacke auf die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea sowie auf die Partei von Emmanuel Macron vor der französischen Präsidentenwahl 2017. Laut britischen Behörden spähte die Hacker-Einheit auch Organisatoren der Olympischen Sommerspiele in Tokio aus.
Eine Reaktion aus Russland kam prompt und mit klaren Zurückweisungen. Die Vorwürfe gegen 6 russische Bürger, die angeblich GRU-Mitarbeiter gewesen seien, würden nicht belegt, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, Leonid Sluzki, der russischen Agentur 'Interfax' zufolge. "Die neuen Anschuldigungen wegen einer Cyberattacke mit Ziel der Einmischung sind ein weiterer Schritt der Diskreditierung Moskaus", kritisierte er. Wie bei ähnlichen Vorwürfen in der Vergangenheit fehle es einmal mehr an "gewichtigen Beweisen – das ist alles aus der Reihe highly likely" ("höchstwahrscheinlich").

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