Novartis: Mikrochips in den Pillen

18. November 2014, 13:21
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Minichips, die am Körper getragen oder verschluckt werden, werden nach Ansicht von Novartis-Chef Joe Jimenez in Zukunft bei der Behandlung von Krankheiten eine bedeutende Rolle spielen.

Minichips, die am Körper getragen oder verschluckt werden, werden nach Ansicht von Novartis-Chef Joe Jimenez in Zukunft bei der Behandlung von Krankheiten eine bedeutende Rolle spielen. Damit liesse sich kontrollieren, wie Medikamente im Einzelfall wirken.
Zudem könnte auch kontrolliert werden, ob ein Patient die Arzneien überhaupt nimmt. "Heute mag das noch eine Nische sein, in Zukunft wird das aber der zentrale Weg bei der Behandlung von Krankheiten sein", sagte Jimenez im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'Reuters'.
Auch Novartis hat seine Fühler bereits in dieses Geschäftsfeld ausgestreckt. So will der Basler Pharmakonzern zusammen mit Google Kontaktlinsen entwickelt, mit denen Diabetiker ihren Blutzucker kontrollieren können. Mit der Firma Proteus Digital Health basteln die Schweizer an einer Tablette, die einen Mikrochip enthält.
"Wir haben schon mehr gemacht als die meisten, aber sicher nicht genug", sagte dazu Jimenez. Dass der Novartis-Chef die neuen Technologien fest im Blick hat, hat auch wirtschaftliche Gründe. Staatliche Gesundheitssysteme und Krankenkassen machen Druck auf die Medikamentenpreise.
In der Pharmaindustrie macht sich daher die Einsicht breit, dass sich die Kosten einer Behandlung in Zukunft nur durch messbare medizinische Erfolge und nicht durch die Zahl der verschriebenen Pillen rechtfertigen lassen. Instrumente, die eine permanente Kontrolle am Patienten ermöglichen, werden nach Einschätzung von Jimenez in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle spielen.
Auch Tech-Branche mischt mit
Aber auch Technologiekonzerne fassen den Gesundheitsbereich ebenfalls ins Auge. Neben Google arbeiten auch Apple oder Samsung an medizintechnischen Applikationen zur Überwachung von Vitalfunktionen, die in Wearables - etwa Kleinstcomputer am Handgelenk - zum Einsatz kommen sollen.
Von der Entwicklung können aber nicht nur die Pharmaindustrie und die Technologieanbieter profitieren, auch Ärzten und Patienten eröffnen sich neue Möglichkeiten: So lässt sich ein für das nächste Jahr geplantes neues Herzmedikament von Novartis gemäss Jimenez möglicherweise mit einem elektronischen Gerät kombinieren. Dieses würde dann anzeigen, ob ein Patient in das Spital muss oder nicht. "So ein Gerät wäre zusammen mit unserem Medikament eine starke Kombination", sagte der Novartis-Chef. (sda/mim)

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