NSA schneidet UNO-Videokonferenzen mit

26. August 2013, 12:54
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Der 'Spiegel' enthüllt weitere Spionageaktionen des US-Geheimdienstes.

Der 'Spiegel' enthüllt weitere Spionageaktionen des US-Geheimdienstes.
Die Enthüllungen aufgrund von Geheimdienstdokumenten, die der Whistleblower Edward Snowden ans Licht der Öffentlichkeit gebracht hat, reissen nicht ab. Der 'Spiegel' hat sich einige dieser Dokumente vorgenommen, in denen von Spionageaktionen bei diplomatischen Einrichtungen die Rede ist. Unter anderem, so berichtet der 'Spiegel' heute, habe der US-Geheimdienst NSA offensichtlich auch den Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York ins Visier genommen. 2012 sei es der NSA gelungen, in die interne Videokonferenzanlage der UNO einzudringen und so die Kommunikation zu entschlüsseln und bei Konferenzen mitzulauschen. In den internen Papieren werde gejubelt: "Der Datenverkehr liefert uns die internen Video-Telekonferenzen der UNO (yay!)".
Bereits bekannt ist, dass der US-Geheimdienst auch in den EU-Niederlassungen in den USA spioniert hat. Wie der 'Spiegel' berichtet, geht aus den Snowden-Dokumenten hervor, dass dafür einerseits klassische Wanzen in den Gebäuden benutzt worden sind. Dem Geheimdeinst sei es aber auch gelungen, Festplatten zu kopieren und in die Netzwerke einzudringen. Die Verbindung der beiden EU-Botschaften in Washington und New York über VPN habe dabei geholfen. Der Geheimdienst sei zwar mehrere Male aus dem Netz in Washington "herausgeschmissen" worden, heisse es in den Dokumenten. Über den zweiten Standort und das VPN habe der Zugriff aber jeweils schnell wieder hergestellt werden können.
Laut "Spiegel' dokumentieren die Snowden-Papiere auch systematische Lauschangriffe auf Botschaften und Konsulate weltweit. Das entsprechende NSA-Programm nenne sich "Special Collection Service" und werde teils ohne und teils auch mit Wissen der Länder betrieben, in denen sich diese diplomatischen Einrichtungen befinden. Unter anderem unterhalte die NSA entsprechende "Lauschposten" in Frankfurt und Wien. (hjm)

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