NSN-Schweiz verliert Grossauftrag und muss Stellen abbauen

12. August 2015, 14:58
  • politik & wirtschaft
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Nokia Solutions Network hat einen gewichtigen Anteil eines Auftrags von Salt verloren.

Nokia Solutions Network hat einen gewichtigen Anteil eines Auftrags von Salt verloren.
Heute Vormittag um 11 Uhr hat NSN-Schweiz (Nokia Solutions Networks) einen Stellenabbau von mindestens zehn Prozent der aktuell rund 135 Mitarbeiter angekündigt. Der seit letzten Sommer amtierende Schweiz-Chef Josef Fuhl habe die Gewerkschaft darüber informiert, dass ein gewichtiger Anteil eines Auftrags für Salt weggefallen sei. In der Folge müssten Mitarbeiter entlassen werden. Bereits vor diesem Termin habe man die Mitarbeiter informiert, wie Nokia-Sprecher Bernhard Fuckert zu inside-it.ch sagte. Jetzt laufe eine "verpflichtende Konsultationsphase" mit den Sozialpartnern, die am 2. September abgeschlossen sein werde. Erst dann, so Fuckert, werde man konkrete Angaben zu der geplanten Umstrukturierung machen können.
Wie Salt-Sprecherin Therese Wenger gegenüber inside-it.ch ausführt, sei der Rahmenvertrag mit NSN im Juni ausgelaufen. Der werde nun neu evaluiert. NSN bleibe aber sicher bis Ende Jahr noch für Salt tätig, um offene Projekte abzuschliesen. Bis dahin sollte dann auch ein neuer, abgespeckter Rahmenvertrag vorliegen. Wie stark sich das Volumen von NSN reduziere, konnte Wenger nicht beziffern. Sicher sei aber jetzt schon, dass NSN weiterhin Netzwerkausrüster von Salt bleibe, führte sie aus. Allerdings wolle man die Services in der Tat vermehrt inhouse erledigen und habe dazu bereits Stellen ausgeschrieben, auf die man sich auch schon bewerben könne.
Christof Burkard, von der Gewerkschaft Angestellte Schweiz, sagte zu inside-it.ch, Fuhl habe nachvollziehbar darlegen können, dass mit der drastischen Reduzierung des Grossauftrags für Salt eine Umstrukturierung unumgänglich sei. NSN verliere mehr als die Hälfte des bisherigen Auftragsvolumens, dass künftig von Salt inhouse erledigt werde. Dies mache einen Stellenabbau unumgänglich, wie Fuhl ausgeführt habe. Bei NSN selber will man die Aussage der Gewerkschaft, dass Salt mehr als die Hälfte seiner bisher bei NSN bezogenen Services wieder inhouse erledige, nicht kommentieren.
Burkard verweist auf die schleichende Talfahrt bei NSN, die seit ihrer Gründung vor acht Jahren geworben, einem zusammen mit NSN aufgegleisten Service, so dass der jetzige Rückzug von NSN-Dienstleistungen doch überrascht.
Laut Burkard besteht in der jetzigen Situation in der Schweiz schon ein Sozialplan, "der aber noch gewisser Nachbesserungen bedarf". Es sei aber zu erwarten, dass einige NSN-Angestellte ein Angebot von Salt erhalten. Die anderen, ebenfalls gut qualifizierten Mitarbeiter dürften mit Unterstützung der NSN wieder eine Stelle finden, so Burkard weiter. (vri)

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