NTT büsst und rügt Topmanager wegen Luxus-Essen

10. Juni 2021, 15:08
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Der japanische Tech-Konzern publiziert Namen und Strafen von Top-Kadern, die Regulatoren gegenüber zu grosszügig waren.

Andere Länder, andere Sitten: Der japanische Technologie- und Telekommunikationsriese NTT hat vorübergehend die Gehälter mehrerer Top-Manager gekürzt, um sie dafür zu bestrafen, dass sie bei teuren Essen mit Regierungsvertretern einen zu grossen Anteil der Rechnungen bezahlt haben.
Dies zeigt eine Untersuchung, die NTT veröffentlicht hat.
NTT befindet sich zum Teil im Besitz der japanischen Regierung und ist auch der wichtigste Telco des Landes. Treffen mit Beamten des Kommunikationsministeriums sind daher zu erwarten.
Die japanischen Ethikregeln verbieten es Regulatoren nicht, mit denen zu essen, die sie regulieren. NTT-Manager machten jedoch den Fehler, Beamte in sehr teure Restaurants einzuladen – laut japanischen Medien betrugen die Rechnungen teilweise 500 Dollar pro Person – und dann den Löwenanteil zu bezahlen.
Laut dem NTT-Untersuchungsbericht kam es zwischen 2016 und 2021 bei 29 Gelegenheiten zu regelverletzenden Mahlzeiten. Die jüngsten Businessessen datieren aus der Phase, als der neue japanische Premierminister Yoshihide Suga seine Absicht signalisiert hatte, an Vorschriften zu rütteln, die die Portierung von Mobilfunknummern zwischen den Betreibern in Japan sehr schwierig machen. Die Grosszügigkeit der NTT-Manager weckte offenbar den Verdacht, der Carrier könnte versucht haben, mit Haute Cuisine dagegen zu lobbyieren. Das entsprechende Ministerium kam ebenfalls in die Kritik wegen der Kostenübernahmen.
Der Untersuchungsbericht von NTT besagt, das Vorgehen sei nicht illegal gewesen, bestraft die involvierten Manager aber doch. So erhält der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, der namentlich genannt wird, eine Kürzung der monatlichen Vergütung um 40% während 3 Monaten.
Weniger hochrangige Angestellte werden ebenso namentlich genannt und ebenfalls bestraft, allerdings wird die Strafe nicht konkretisiert. Sie seien "strengstens gerügt" worden, heisst es nur.
Und dabei soll es nicht bleiben: "In der Zukunft wird das Unternehmen im Hinblick auf Ereignisse jenseits von Dining Events seinen bestehenden Geschäftsstil reformieren und an der Umwandlung in einen neuen Managementstil arbeiten, der auf Remote Working basiert und der neuen Zeit angemessen ist."

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