Nun doch keine 90-Tage-Begrenzung bei Roaming-Gebühren in EU

9. September 2016 um 09:39
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Nach heftiger Kritik von Konsumentenschützern kippt die EU-Kommission ihre Pläne, den Erlass von Roaming-Gebühren innerhalb der EU auf 90 Tage im Jahr zu beschränken.

Nach heftiger Kritik von Konsumentenschützern kippt die EU-Kommission ihre Pläne, den Erlass von Roaming-Gebühren innerhalb der EU auf 90 Tage im Jahr zu beschränken. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat eine Überarbeitung angeordnet, wie Brüssel heute mitteilt. Eigentlich sollen Roaming-Gebühren in der EU ab Mitte 2017 ganz entfallen; die Kommission sah aber eine zeitliche Einschränkung von 90 Tagen im Jahr vor, wie am Montag bekannt wurde.
Die Kommission rechtfertigte dies vor allem damit, dass damit Missbrauch verhindern sollte. Diese Fair-Use-Policy sollte etwa verhindern, dass Kunden bei einem billigeren ausländischen Anbieter einen Vertrag abschliessen, ihn aber nur im Heimatland nutzen. Die Abschaffung war vor allem für Reisende gedacht, die überwiegend weniger als 90 Tage im Jahr in der EU unterwegs seien.
Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, erklärte, die Entscheidung der Kommission sei auch auf den Druck der Abgeordneten zurückzuführen: "Der Druck aus der EVP-Fraktion trägt Früchte." Sie kämpfe für eine Lösung ohne "viele Hintertüren". (sda/kjo)

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