Nur Hälfte der Schweizer Firmen investiert zusätzlich in Homeoffice-Sicherheit

23. April 2021, 13:23
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Eine Umfrage zeigt, wohin das IT-Budget fliesst und welches die grössten Security-Herausforderungen sind.

Die Pandemie hat die Schweizer Informatik-Budgets verschoben. Während es längst für viele normal ist, zu Haus zu arbeiten, hat aber bloss etwas über die Hälfte der Firmen mehr Geld in die Absicherung von Remote Work gesteckt. Dies geht aus einer Umfrage von United Security Providers (USP) hervor. Das ist allerdings der Top-Posten, gefolgt von Cloud-Services und Multifaktor-Authentisierung, für die  jeweils etwas über ein Drittel der Firmen mehr Geld ausgegeben haben.
Für die Studie hat United Security Providers vom 17. Januar bis zum 28. Februar 2021 rund 100 Schweizer Firmen befragt. Aufgrund der Stichprobengrösse sei sie nicht repräsentativ, hält die IT-Security-Tochter der Swisscom fest. Tendenzen mag sie dennoch abbilden, etwa dass die Security für Homeoffice bzw. das Budget dafür oftmals mangelhaft ist. Dies legen auch Studien für den DACH-Raum und Deutschland nahe.
Noch jeweils knapp um die 30% haben ihre Budgets für Datensicherheit, Netzwerksicherheit und Security-Awareness erhöht, wie die Umfrage von United Security Providers zeigt. Letzteres tut auch Not, denn die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für IT-Sicherheitsthemen stellt für zwei Drittel der Befragten in den kommenden 2 Jahren eine grosse Herausforderung dar. Bekanntlich sind Phishing und Social Engineering beliebte Angriffsvektoren von Cyberkriminellen. Weitere wichtige Herausforderungen sind Identity & Access Management, die Sicherung der Cloud-Umgebungen und die Netzwerksicherheit.
Insgesamt wurden Cyberangriffe von fast 80% der Firmen als grosses Geschäftsrisiko genannt. Die vielen Angriffe auf Schweizer Firmen dürften ihre Spuren im Bewusstsein hinterlassen haben, auf Platz drei findet sich bereits die Angst vor Datenbetrug- und Diebstahl. Dazwischen geschoben hat sich, wenig erstaunlich, das Pandemie- und Gesundheitsrisiko.
Einen höheren Stellenwert bekommt die IT-Security künftig wohl auch, weil die digitale und die physische Welt weiter zusammenwachsen. So haben laut der Umfrage bereits über die Hälfte der Schweizer Firmen IoT-Projekt durchgeführt oder planen dies. Dies verkompliziert zusammen mit verteilten und hybriden Umgebungen die Anforderungen an Security. Darum ist auch das Geschäft der Managed Security Service Providers (MSSP) weiter beliebt: Über ein Drittel der Befragten gab an, für mindestens einen Unternehmensbereich auf einen MSSP zu setzen. Weitere knapp 15% planen dies.

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