Nutanix will aus der Nische ausbrechen

22. Juni 2016, 09:50
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Nutanix, erst 2009 gegründet, ist als Startup im Markt für die trendigen hyperkonvergenten Appliances, die (virtualisierte) Rechen-, Netzwerk- und Storage-Kapazitäten in einem Gerät vereinen, gross geworden.

Nutanix, erst 2009 gegründet, ist als Startup im Markt für die trendigen hyperkonvergenten Appliances, die (virtualisierte) Rechen-, Netzwerk- und Storage-Kapazitäten in einem Gerät vereinen, gross geworden. Nun möchte das kalifornische Unternehmen aus dieser Nische ausbrechen und als Anbieter einer Allzweck-Infrastruktur-Plattform für Enterprise-Clouds wahrgenommen werden, auf der alle Arten von Applikationen betrieben werden können. Damit versucht der "Emporkömmling", verstärkt im Konkurrenzkampf der grossen Komplettanbieter HPE, Cisco, Lenovo und Dell/EMC mitzumischen.
Spannend könnte es sein, zu sehen, ob diese neue Strategie das Verhältnis zu Lenovo belastet. Nutanix hat erst im letzten November eine enge Parterschaft mit Lenovo vereinbart.
Container und physische Workloads
An seiner .Next-Konferenz in Las Vegas hat Nutanix am gestrigen Montag eine Reihe von Änderungen und Neuerungen bei seiner Management-Software "Prism" vorgestellt, die dies ermöglichen sollen. Bisher wurden Nutanix-Appliances hauptsächlich zum Betrieb virtualisierter Applikationen eingesetzt. Durch die neuen "Acropolis Container Services" (ACS) soll es nun wesentlich einfacher als bisher möglich werden, auch containerisierte Applikationen auf der Nutanix-Plattform zu betreiben und zu verwalten. Den Containern kann zudem nun auch persistente Speicherkapazität zugeteilt werden. Damit falle der Zwang weg, für Applikationen, die solchen Speicher benötigen, Virtualisierung zu verwenden.
In Rechenzentren wird es aber auch weiterhin Arbeitslasten geben die weder virtualisiert noch containerisiert werden. Das liegt manchmal an den technischen Ansprüchen der Applikationen selbst, manchmal auch immer noch an "virtualisierungs-unfreundlichen" Lizenzbedingungen. Auch solche Applikationen sollen in Zukunft auf Speicherkapazitäten auf Nutanix-Systemen zugreifen können, via die "Acropolis Block Services" (ABS). Nutanix-Appliances können damit also nun auch in der Art von klassischen SAN-Storagearrays eingesetzt werden.
Eigene Cloud so einfach wie Public Cloud
Nutanix hat des weiteren die Self-Service-Funktionen für Anwender verbessert. Entwickler oder Operators in den Fachabteilungen sollen dadurch eine intern betriebene Nutanix-Cloud so einfach benützen können, wie einen Public-Cloud Service. Applikationen und die dazu nötigen Ressourcen könnten von diesen Usern selbstständig verwaltet werden, während IT-Administratoren trotzdem die volle Kontrollen behalten würden, so Nutanix.
Geschraubt wurde auch an der Integration mit Cloud-Technologien anderer Hersteller. Bereits erhältlich sind laut Nutanix Treiber, um OpenStack-basierte Clouds auf der Basis von Nutanix-Appliances zu bauen. Zusammen mit Microsoft habe man zudem eine Lösung namens entwickelt, um auf Nutanix eine "Azure-ähnliche" Cloud-Umgebung, beispielsweise für SQL Server oder Exchange, zu betreiben. Und mit dem nächsten Prism-Release soll es auch möglich werden, VMware-ESXi-Umgebungen via Prism zu managen.
ACS und ABS sollen im Juli als Teil des Release 4.7 von Prism erhältlich werden. Auch das "Microsoft Cloud Platform System" (CPS) zum Betrieb einer Azure-ähnlichen Cloud auf Nutanix soll zu diesem Zeitpunkt verfügbar werden. Die neuen Self-Service-Funktionen und ESXi-Management folgen danach in einem weiteren Release, für den Nutanix aber noch keinen Zeitpunkt angegeben hat. (hjm)

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