OBT-Chef Kade: Glarus versuchte "Buäbätrickli"

17. Mai 2010, 12:57
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Projektvergabeentscheid wurde ursprünglich von Gemeinden gefällt und nach einer ersten Beschwerde an den Kanton weitergereicht.

Projektvergabeentscheid wurde ursprünglich von Gemeinden gefällt und nach einer ersten Beschwerde an den Kanton weitergereicht.
Am letzten Mittwoch berichteten wir exklusiv über einen Rechtsstreit um die Vergabe eines Informatikprojekts im Kanton Glarus, gegen welche der IT-Dienstleister OBT Beschwerde eingelegt hatte. Die 'Südostschweiz' griff das Thema auf und berichtete in ihrer Samstagsausgabe über einige weitere Aspekte.
So hatten ursprünglich die Gemeinden selbst den Entscheid getroffen, die Arbeiten zur Einführung der einheitlichen Software (Nest/Abacus) für die drei neu zusammengefügten Glarner Gemeinden an die Firmen Wdata und TransformIT zu vergeben. Die ursprüngliche Beschwerde wurde gegen diese Vergabe eingereicht. Darauf erst riefen die Gemeinden, um den Fusionsprozess nicht zu gefährden, den Kanton zu Hilfe. Der erste Entscheid wurde sistiert und die Kantonsregierung vergab das Projekt ("freihändig", also ohne Ausschreibung) Anfang März erneut an die gleichen Firmen. OBT-Chef Thomas Kade bezeichnet dies gegenüber der 'Südostschweiz' als "Buäbätrickli".
Wie wir berichteten, hat OBT den Fall, nachdem das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus eine superprovisorische Verfügung zum vorläufigen Stopp des Projekts abgelehnt hatte, ans Bundesgericht weitergezogen, wo das Anliegen momentan noch behandelt wird. Gegenüber der 'Südostschweiz' erklärte OBT nun zum Beschwerdegrund, dass seine Anwälte "gravierende Mängel" beim Verfahren festgestellt hätten. Ausserdem hätten, so Kade die Mitbewerber massiv teurer offeriert, als OBT.
Die Bewohner des Kantons Glarus hatten sich vor vier Jahren dafür ausgesprochen, alle bisherigen Glarner Gemeinden per 1. Januar 2011 zu nur noch drei neuen Gemeinden, Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd, zu fusionieren. Ziel ist unter anderem eine massive Verbesserung der Effizienz und die Professionalisierung der Verwaltungen, wozu einheitliche Gemeindesoftwarelösungen einen grossen Teil beitragen sollen. Falls die Beschwerde zu einer Verzögerung führt, werden sich die neuen Gemeinden aber noch eine ganze Weile lang mit den diversen Systemen der 25 früheren Gemeinden herumschlagen müssen. (hjm)

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