Occasions-Softwarehandel – mit Microsofts Segen (Update)

22. August 2007, 13:26
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Der Handel mit "gebrauchten" Softwarelizenzen für Unternehmen, also Lizenzen, die ein Unternehmen gekauft hat aber nicht mehr selbst nützen kann oder will, gilt als eine Art Grauzone im IT-Geschäft.

Der Handel mit "gebrauchten" Softwarelizenzen für Unternehmen, also Lizenzen, die ein Unternehmen gekauft hat aber nicht mehr selbst nützen kann oder will, gilt als eine Art Grauzone im IT-Geschäft. Vielleicht beginnen sich nun aber auch die grossen Softwarehersteller mit dem real existierenden Occasionshandel zu arrangieren - wenn er richtig gehandhabt wird.
Zumindest Microsoft unterstützt nun anscheinend einen dieser Händler, die Münchner U-S-C, ganz offiziell. Microsoft habe, so U-S-C, einem ziemlich grossen Deal dieser Art zugestimmt, dem Kauf von rund 2000 gebrauchten Office und Server-Lizenzen durch die WWK Versicherung. Gemäss der Versicherung wurden die Lizenzen und Verträge von Microsoft ohne Umstände in wenigen Tagen auf den neuen Besitzer übertragen. Die Rechtsicherheit gegenüber Microsoft sei bei einem so grossen Auftrag besonders wichtig gewesesn. U-S-C habe "ohne wenn und aber oder über Umwege mit irgendwelchen Testaten" die Zustimmung Microsofts zusichern können, wird eine Spezialistin der Versicherung zitiert.
U-S-C hat von Microsoft auch den offiziellen Status eines "Gold Certified" Partners erhalten. Dies dürfte aber vor allem daran liegen, dass U-S-C nicht nur mit gebrauchten Lizenzen handelt, sondern auch das ganze Microsoft-Angebot an "normaler", neuer Software führt.
In Deutschland ist der Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen schon seit einiger Zeit ein Thema, während er in der Schweiz noch nicht sehr verbreitet scheint. Einer der grösseren deutschen Anbieter von Gebraucht-Software, UsedSoft, hat aber inzwischen auch eine Niederlassung in der Schweiz – man kann gespannt sein, wie sich dieser spezielle Markt weiterentwickelt. (hjm)
(Update: Dieser Text wurde auf Wunsch von U-S-C am 1.10.2007 geändert. Die zuvor namentlich erwähnte Spezialistin der WWK Versicherung wird nun nur indirekt und ohne Namensnennung zitiert. hc)

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