OECD: Es droht keine "massive technologische Arbeitslosigkeit"

25. April 2019, 15:37
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Der digitale Wandel bedeutet für den Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tiefgreifende Veränderungen – birgt aber auch Chancen.

Der digitale Wandel bedeutet für den Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tiefgreifende Veränderungen – birgt aber auch Chancen.
Insgesamt seien laut Schätzungen in den kommenden 15 bis 20 Jahren 14 Prozent der Arbeitsplätze im OECD-Raum stark von Automatisierung bedroht, erklärte die Organisation. Dies seien "deutlich weniger" als in einigen Studien dargelegt.
Mit "massiver technologischer Arbeitslosigkeit" sei kaum zu rechnen, erklärte die Organisation mit Blick auf Befürchtungen, dass die Automatisierung in den kommenden beiden Jahrzehnten fast die Hälfte aller Arbeitsplätze vernichten könnte. Laut dem OECD-Beschäftigungsausblick entstehen vielmehr zahlreiche Möglichkeiten, neue Jobs zu schaffen.
Neue Jobs und politische Entscheide
Es gebe etwa vollkommen neue Berufsfelder im Big-Data-Management, Roboteringenieurwesen oder in der Drohnentechnik. Auch die Beschäftigungsqualität könne verbessert werden – etwa indem gefährliche oder langweilige Aufgaben automatisiert würden.
Insgesamt hänge die Zukunft der Arbeit "stark von den Politikentscheidungen der Länder" ab, betonte die OECD. Mit den richtigen Weichenstellungen liessen sich die Chancen nutzen und die Risiken begrenzen.
Dennoch stehen der Organisation zufolge selbst denjenigen, die ihren aktuellen Arbeitsplatz behalten, erhebliche Veränderungen bevor. Zusätzlich zu den 14 Prozent der Arbeitsplätze, für die ein erhebliches Automatisierungsrisiko besteht, erwartet die OECD für weitere 32 Prozent der Jobs radikale Veränderungen, da einzelne Tätigkeitsbereiche automatisiert werden dürften.
"Wir blicken keiner Zukunft ohne Arbeit entgegen"
Grosse Risiken bestehen laut OECD im verarbeitenden Gewerbe, aber auch in vielen Dienstleistungsbranchen. Im Gesundheits- und Bildungswesen ebenso wie im öffentlichen Sektor sei das Automatisierungsrisiko zwar gering, doch auch dort würden viele Menschen vom digitalen Wandel betroffen sein. Nötig sei deshalb unter anderem, Weiterbildungsmöglichkeiten stärker auch auf benachteiligte Gruppen auszurichten.
"Trotz aller Unsicherheit blicken wir keiner Zukunft ohne Arbeit entgegen", heisst es in dem Beschäftigungsausblick. Nötig seien allerdings "wirkungsvolle, ausreichend finanzierte Massnahmen", durch die der Wandel bewältigt und eine Zunahme der Ungleichheit vermieden werden könnten. (sda/ts)

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