Öffentliche Aufträge nur noch bei Lohngleichheit

14. August 2009, 13:20
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Kanton Bern prüft Einführung einer Software zur Prüfung der Lohngleichheit. Sie soll die bisherige Selbstdeklaration ablösen.

Kanton Bern prüft Einführung einer Software zur Prüfung der Lohngleichheit. Sie soll die bisherige Selbstdeklaration ablösen.
Firmen, die sich um Aufträge der öffentlichen Hand im Kanton Bern bewerben, müssen künftig nachweisen, dass in ihrem Unternehmen Lohngleichheit für Mann und Frau herrscht. Während bisher lediglich eine Selbstdeklaration nötig war, will die Berner Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) ab 2010 die Angeben mittels der Software "Lohngleichheitsinstrument Bund" (Logib), die im wesentlichen eine Excel-Applikation ist, prüfen.
Unternehmen, die sich für einen öffentlichen Auftrag bewerben, müssen demnach die Daten aller Mitarbeiter in der Excel-Tabelle erfassen, die danach automatisch allfällige Lohnunterschiede errechnet, und das Resultat der Offerte beilegen. Die Toleranz für Lohnunterschiede darf maximal fünf Prozent betragen. Die Software unterscheidet zwischen sogenannten erklärbaren und diskriminierenden Lohnunterschieden. So gelten etwa Unterschiede, die durch Alter, Berufserfahrung oder Ausbildung entstehen, als erklärbar, während dem allein auf dem Geschlecht beruhende Unterschiede als diskriminierend gelten. Rund 40 Prozent aller Gehaltsunterschiede seien auf Diskriminierung zurückzuführen, hiess es an einer Medienkonferenz in Bern. Im Durchschnitt würden Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts 700 Franken pro Monat weniger verdienen.
Logib soll bis Ende 2012 innerhalb der Berner BVE getestet werden. Bewährt es sich, werde es möglicherweise in allen kantonalen Ämtern eingesetzt. Bis zum Ende der Testphase sollen Unternehmen, die gegen die Lohngleichheit verstossen, entsprechend beraten werden. Erst mit der definitiven Einführung von Logib werden Firmen, die die Lohngleichheitskriterien nicht erfüllen, von Aufträgen der öffentlichen Hand ausgeschlossen. (bt)

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