"Office 365": Microsoft bringt das Desktop/Online-Überpaket

20. Oktober 2010, 14:58
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Exchange Online, SharePoint Online, Lync Online und mehr zusammen mit der Desktopversion (!) von Office, im Paket und zum Monatspreis.

Exchange Online, SharePoint Online, Lync Online und mehr zusammen mit der Desktopversion (!) von Office, im Paket und zum Monatspreis.
Microsoft holt nächstes Jahr zu einem Grossangriff im Bereich Online-Services aus. Gestern enthüllte Microsoft in San Francisco den Plan, alle seine wichtigsten Online-Angebote - Exchange, SharePoint, Lync (Ex-Communications Server) und Office Web Apps - unter einem Brand, "Office 365", zusammenzufassen. Für kleinere Unternehmen bis 25 Mitarbeitende wird es ein Standardpaket geben, für grössere Unternehmen werden die Services in mehreren Paketversionen angeboten.
Die eigentliche Überraschung ist aber, dass Microsoft auch eine seiner traditionell grössten Einnahmequellen, die normale Desktop-Version von Office, in das "Online-Paket" für grössere Unternehmen miteinbezieht. Konkret werden Kunden die "Professional Plus"-Edition von Office herunterladen und ebenso pro Monat und User bezahlen können, wie die anderen Services.
Auf Angriffskurs gegen die Online-Konkurrenz geht Microsoft unseres Erachtens auch beim Preis. Beim Enterprise-Paket bestimmt sich dieser nach den gewählten Modulen. Nur E-Mail soll für 2 Dollar pro Monat und User zu haben sein, aber auch ein ziemlich voll ausgestattetes Paket mit Office Pro Plus, E-Mail, Voicemail, Social-Networking-Tools, Instant Messaging, Portalen, Extranet, Voice-, Video- und Webconferencing, 24x7 Telefonsupport und Lizenzen für Clientsoftware soll maximal 24 Dollar respektive 22,75 Euro pro Monat und User kosten. Da Volumenrabatte gelten, wird es für grössere Unternehmen tendenziell günstiger.
"Office 365 for small businesses" (Office Web Apps, Exchange Online, SharePoint Online, Lync Online plus eine von Microsoft gehostete Webseite) wird 6 Dollar respective 5,25 Euro pro Monat und User kosten. Das Paket soll es unter anderem auch Kleinunternehmen ermöglichen, ein Intranet und gleichzeitig ein Extranet zu betreiben, das für bestimmte Partner ausserhalb des Unternehmens – zum Beispiel Anwälte oder Treuhänder – zugänglich gemacht werden kann. Mit diesem Paket verfolgt Microsoft vor allem das Ziel, eine neue Kundenschicht für SharePoint, Exchange und seine Unified-Communications-Lösungen (Lync) zu erschliessen. Bei Kleinunternehmen werden diese bisher eher selten eingesetzt.
Zu diesem Zweck scheint der Softwareriese unter anderem vorzuhaben, Verfügbarkeiten und Servicelevels auch für Kleinunternehmen - mittels Bussen für Microsoft bei Nichteinhaltung - zu garantieren. Chris Caposela (Foto), Marketingchef der Office-Abteilung von Microsoft, sprach bei der Vorstellung gestern in Bezug auf die "Small-Business"-Version von einer "finanziell abgestützten" Garantie von 99,9 Prozent Uptime.
Die beiden "Office 365"-Versionen sollen ab "nächstem Jahr" in vierzig Ländern, darunter, wie uns Microsoft-Pressesprecherin Anna Keller erklärte, auch die Schweiz, offiziell auf den Markt kommen. Genauer schränkte Microsoft den geplanten Lancierungstermin noch nicht ein. Da ab sofort auch bereits eine (vorerst geschlossene) Betatestphase beginnt, dürfte Microsoft aber wohl eine Lancierung bereits im ersten Halbjahr ins Auge gefasst haben.
Klar ist aus den Aussagen bei der Vorstellung, dass die Plattform in Microsoft-eigenen RZs betrieben und von Microsoft direkt angeboten werden wird. Caposela verprach aber auch grosse neue Business-Möglichkeiten für Partner. Details zum Vertrieb, beispielsweise ob es wie bei der bisherigen "Business Productivity Online Suite" (BPOS) Partner geben wird, die Office 365 in eigenen Rechenzentren betreiben können, oder ob und wie Reseller und Retail in den Vetrieb einbezogen werden sollen, gab Microsoft jedoch noch nicht bekannt. (Hans Jörg Maron)
(Foto: Microsoft)

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