Offshore-IT-Business explodiert

19. Oktober 2004, 10:16
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Die Exporte von IT-Dienstleistungen durch Indien, den Philippinen, China, Zentral- und Osteuropa wachsen rasant. Doch Experten warnen: Offshore-Strategien sind schwierig umzusetzen. 36 % der Offshore-Projekte scheitern, wie eine neue Studie zeigt.

Das Offshore-IT-Geschäft, die Auslagerung gewisser Tätigkeiten in weit entfernte Länder also, boomt. Gemäss den Marktforschern von IDC wächst das Offshore-Business jährlich um 20%. In Dollar ausgedrückt: 2003 wurden weltweit 7 Milliarden US Dollar für Offshore-Geschäfte ausgegeben, 2008 sollen es bereits 17 Milliarden sein. (Zum Vergleich: Die Schweizer ICT-Industrie setzt insgesamt etwa 13 Milliarden Franken jährich um.)
"Der Bedarf der Kunden nach Offshore-Dienstleistungen ... geht über die traditionellen Services wie Applikationsentwicklung und -Unterhalt hinaus. Neu werden auch Dienste Offshore nachgefragt, die früher nur lokal bezogen werden konnten. Dies geht von Applikations- und Infrastruktur-Management bis hin zu IT-Consulting", sagt IDCs Outsourcing-Spezialist David Tapper.
Die Anbieter von Offshore-Dienstleistungen in Tieflohn-Ländern wie den Philippinen, Indien, China, Zentral- und Osteuropa müssten deshalb vermehrt eine Präsenz in den US und Europa aufbauen, so die Marktforscher von IDC.
Doch aufgepasst: Ein brandneuer Report der US Firma Ventoro zeigt, dass die Vergabe von Aufträgen in weit entfernte Billiglohnländer ein komplexe Sache ist. Nur 19% von über 5'000 befragten verantwortlichen Topmanagern in den USA und Europa haben überhaupt eine Offshore-Strategie. Und von diesen sagen mehr als ein Drittel, dass den Auslagerungs-Projekten kein Erfolg beschieden war.
Wir werden uns den sehr interessanten Report von Ventoro näher anschauen und im einem Feature-Artikel für Sie zusammenfassen. (Christoph Hugenschmidt)

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