Offshoring II: Indiens Kostenvorteil schrumpft

15. Mai 2006, 13:11
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Indiens IT-Anbieter müssen sich mittelfristig selbst nach Offshoring-Ländern umsehen, glaubt TCS-Chef Subramanian Ramadorai.

Indiens IT-Anbieter müssen sich mittelfristig selbst nach Offshoring-Ländern umsehen, glaubt TCS-Chef Subramanian Ramadorai.
Gegenwärtig fliessen nach neueren Schätzungen jährlich rund 22 Milliarden des etwa 300 Milliarden Dollar schweren globalen Outsourcing-Marktes nach Indien. Eine Erkenntnis ist aber nicht neu und eine logische Folge des Erfolgs von Indien als Offshoring-Land: Die Kosten, um von Indien aus IT-Services zu erbringen, nehmen zu. Insbesondere die Löhne für IT-Professionals steigen rasch an, getrieben von immer mehr einheimischen und ausländischen IT-Dienstleistern und anderen Unternehmen, die qualifiziertes IT-Personal suchen.
Subramanian Ramadorai, der Chef des größten indische IT-Dienstleisters, Tata Consultancy Services, nannte in einem Gespräch mit der 'Financial Times Deuschland einen Zeitrahmen: "Wir haben den Kostenvorsprung noch für die nächste Dekade. Aber das Ringen wird härter."
Ramadorai glaubt daher, dass auch indische IT-Anbieter in die neuen "IT-Niedrigstlohnländer", zum Beispiel China oder Vietnam, werden expandieren müssen, um ihre Kosten tief zu halten. Ein weiteres Expansionsgebiet für die Inder sieht Ramadorai in den schnell wachsenden Outsourcing-Zentren in Osteuropa und Lateinamerika.
Für TCS hat Ramadorai grosse Ziele: Bis 2012 soll TCS von heute zwei auf gut 10 Milliarden Dollar Jahresumsatz wachsen, um damit in den Kreis der zehn grössten IT-Dienstleister weltweit vorzustossen. Dies bedingt aber für TCS und andere indische Anbieter wie Satyam, Infosys oder Wipro, die in die Oberliga vorstossen wollen, dass sie selber immer mehr global präsent sein müssen, um global agierende Grosskunden zu betreuen. Auch das treibt die Kosten nach oben. (Hans Jörg Maron)

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