Onlinehändler haben kräftig Logistik-Personal rekrutiert

26. Oktober 2020, 16:22
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Das starke Wachstum im E-Commerce liess Brack und Digitec Galaxus im Frühjahr die Logistik ausbauen. Auch jetzt zieht die Nachfrage wieder an.

Die Coronakrise hat laut Roland Brack das Wachstum im Onlinehandel um ein bis zwei Jahre beschleunigt. In der Folge hat der Onlinehändler sein Personal in der Logistik fast verdoppelt. Aufgrund der steigenden Fallzahlen stellt sich Brack bereits wieder auf bewegte Zeiten ein.
"Entsprechend sind wir froh, dass sich die Lage im Sommer etwas entspannt hat", sagte Roland Brack in einem am Montag veröffentlichten Interview mit den CH-Media-Zeitungen. "Zwar blieben die Bestellungen auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Pandemie, aber es gab uns Zeit, uns an eine neue Normalität zu gewöhnen."
Weil die Bestellungen während des Lockdowns im Frühling massiv angestiegen sind, hat Brack das Personal in der Logistik fast verdoppelt von 250 auf etwa 450 Mitarbeitende. Dabei durften jedoch 10 bis 15 Prozent der bestehenden Leute nicht mehr arbeiten, weil sie zur Risikogruppe gehörten, so Brack. "Das war heftig in so kurzer Zeit."
Auch bei Digitec Galaxus wurde die Logistik ausgebaut, wie  Unternehmenssprecher Alex Hämmerli auf Anfrage von inside-channels.ch erklärt. Aktuell beschäftige das Unternehmen in der Schweiz etwas über 900 Personen in der Logistik, Ende 2019 seien es rund 460 gewesen. "Wir haben die Zahl unserer Logistik-Mitarbeiter also ebenfalls fast verdoppelt. Ausserdem hatten wir das Glück, dass wir im April im aargauischen Wohlen eine weitere, vollautomatisierte Lagerhalle eröffnen konnten", fügt Hämmerli an.
Aktuell habe die Nachfrage bei Digitec Galaxus nun noch einmal stark angezogen und befinde sich auf hohem Niveau im Vergleich zum Vorjahr. "Wir rechnen bis Weihnachten mit mindestens 50% mehr Bestellungen als zur gleichen Zeit im Vorjahr", so der Unternehmenssprecher.
Falls es eng werde in der Logistik und man mit den Bestellungen nicht nachkomme, könne der Onlinehändler auf Mitarbeitende von Drittfirmen zurückgreifen, die wegen der Pandemie auf Kurzarbeit sind. "So hatten wir schon im März und April kurzfristig Verstärkung gefunden", fügt Hämmerli an.

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