OOXML-Standardisierung: ISO schmettert Einsprüche ab

18. August 2008, 04:23
  • microsoft
image

Der Standard kann nun veröffentlicht werden.

Der Standard kann nun veröffentlicht werden.
Das weltweite Standardisierungsgremium ISO und die Internationale elektrotechnische Kommission IEC haben die Einsprüche gegen die Zertifizierung des Büro-Fileformats Office Open XML als ISO-Standard zurückgewiesen. Vier Nationen - Brasilien, Indien, Südafrika und Venezuela - hatten gegen die ISO-Standardisierung des von Microsoft entwickelten Dokumentenformats Einspruch eingelegt. In den zuständigen technischen Gremien fanden die Eingaben dieser Länder nun nicht die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit. Der Weg für die Veröffentlichung des internationalen Standards mit der Nummer DIS 290500 ist damit frei.
Zum internationalen Standard wurde das ursprünglich von Microsoft entwickelte OOXML im vergangenen April erklärt. Allerdings hat ISO diesen bislang nicht veröffentlicht, da die vier Länder Beschwerden eingereicht hatten. Der Standardisierungsprozess sorgte vor allem deshalb für Aufsehen, da Berichte über Unregelmässigkeiten in den nationalen Gremien vorlagen. Zudem wurde der Standard im Fast-Track-Verfahren behandelt, das eine schnelle Abwicklung ermöglicht. Hierbei wurde kritisiert, dass es nicht möglich sei, die 6000 Seiten umfassende Spezifikation in dieser Zeit zu bewerten. Ein weiteres Argument gegen OOXML war, dass es Ziel eines internationalen Standards sein sollte, dass nur ein einziger Standard existiert. Das Konkurrenz-Fileformat Open Document Format (ODF) wudre bereits im März 2006 zum ISO-Standard erklärt - nun wird es also zwei offizielle ISO-Standards für Bürofileformate geben.
Die Ablehnung der Einsprüche zeichnete sich bereits im Juli ab. Die Generalsekretäre der ISO empfahlen dem technischen Gremium, die Einsprüche abzulehnen. Sie begründeten dies damit, dass es ihrer Ansicht nach keine Verfahrensfehler gegeben habe, denn die aufgeworfenen Fragen seien regelkonform behandelt worden. Die technischen Verantwortlichen schlossen sich nun dieser Meinung an. "Der Prozess, der zur Annahme von OOXML als ISO/IEC-Standard geführt hat, hat eine heftige Debatte über technische und verfahrensrechtliche Aspekte ausgelöst", heisst es nun von Seiten der ISO. "Die hierbei gewonnenen Erfahrungen sind für die ISO, die IEC und die nationalen Normungsbehörden für die weitere Entwicklung der eigenen Richtlinien und Prozeduren in einem Normungsprozess wichtig."
Das Geplänkel im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens führte unter anderem unter anderem zu einem scharfen Disput zwischen Microsoft und IBM, wo man auf das Konkurrenzformat ODF setzt. Microsoft monierte massives Lobbying bei Regierungen während IBM vor Inkompatibilität und Unsicherheit warnte. (pte/hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Nächste Untersuchung zum Microsoft-Activision-Deal

Nach der EU und Grossbritannien schaut sich wohl auch die ameri­ka­nische Federal Trade Commission die Milliardenübernahme des Spielestudios genauer an.

publiziert am 24.11.2022
image

Frankreich verbietet kostenlose M365- und Google-Services an Schulen

Der Bildungsminister des Landes hat den Einsatz der Tools unter­sagt, weil die Ver­wen­dung seiner Ansicht nach gegen europäische Daten­schutz­richtlinien verstösst.

publiziert am 23.11.2022
image

Der Schweizer Cloud-Markt floriert

Bis 2026 soll die Public Cloud in der Schweiz um 22% wachsen, zeigt eine IDC-Studie im Auftrag von Microsoft. Die IT-Gesamtausgaben belaufen sich bis dahin auf 38 Milliarden Franken jährlich.

publiziert am 22.11.2022
image

Microsoft holt Daten aus dem Ausland in Schweizer RZs

Zügeltermin: Schweizer Microsoft-Kunden können ihre M365-Daten in hiesige Rechenzentren migrieren lassen. Bis April 2023 ist dies noch kostenlos möglich.

publiziert am 21.11.2022