Opacc will mehr vom Markt und mehr vom Kunden

31. Oktober 2012, 15:54
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Der Luzerner Softwarehersteller macht endlich den Schritt von Dataflex zu SQL Server, bringt eine starke SaaS-CRM-Lösung und einen neuen E-Shop und nennt sein Outsourcing-Angebot "Cloud".

Der Luzerner Softwarehersteller macht endlich den Schritt von Dataflex zu SQL Server, bringt eine starke SaaS-CRM-Lösung und einen neuen E-Shop und nennt sein Outsourcing-Angebot "Cloud".
Opacc-Kunden mögen "ihren" Softwarehersteller und sie mögen dessen Chef. So jedenfalls interpretieren wir den warmen Applaus, den ungefähr 400 Opacc-Kunden heute Morgen Opacc-Gründer und -Chef Beat Bussmann (Foto) im Luzerner Verkehrshaus spendeten. Bussmann stellte an der zweijährlichen Kundenkonferenz zusammen mit seinen Kollegen teils radikale Neuerungen an der Business-Software Opacc One vor.
Auf Wachstumskurs
Fazit der heutigen Veranstaltung: Opacc will einen grösseren Marktanteil im ERP-Geschäft in der Schweiz und seinen Anteil am Kostenkuchen bei den bestehenden Kunden vergrössern. Mit neuen Produkten wie etwa die Online-CRM-Lösung (siehe unten) und einer moderneren Datenbank spricht man zusätzliche, grössere Kunden an. Zudem bietet man mit "Cloud-in-a-Box" zwar keine Cloud-, aber eine klassische Outsourcing-Dienstleistung an und kann damit den Anteil an der Wertschöpfung vergrössern.
Grössere Kunden: Von Dataflex zu SQL-Server
Ein grosser Schritt dürfte der Wechsel vom guten alten Dataflex als Datenbank hin zu Microsoft SQL-Server sein. Mit Version 15 von OpaccOne, die ab dem 25. Januar 2013 erhältlich sein wird, müssen Kunden zwingend auf die Microsoft-DB wechseln. Datenbank-Know-how bräuchten die Kunden nicht, hingegen müssen die Kunden allenfalls eine neue Hardware einsetzen, hiess es heute Morgen. Dass die Migration tatsächlich ohne Probleme machbar ist, betonte heute glaubwürdig Walter Schmidli, Chef des Pilotkunden Vermo Tiefkühl Pool.
Opacc will seine Kunden nicht zu einem unzeitigen Migrationsprojekt zwingen, betonte Bussmann heute an einem kurzen Medienanlass. Man werde Opacc 14.20 noch "drei bis fünf Jahre" unterstützen. Mit einer erneuerten Version des Moduls LPP (Lean Production Planning) will Opacc zudem mehr Industriekunden, vor allem der diskreten Industrie, ansprechen.
Le cloud c'est moi
Auch mit dem neuen Angebot "Cloud-in-a-Box" will Opacc seine Kunden auf keinen Fall vor den Kopf stossen. Denn Kunden, die sich dafür entscheiden, können die Serverinfrastruktur weiterhin bei sich behalten, bei einem beliebigen Hoster unterbringen oder eben nicht nur von Opacc vorkonfiguriert beziehen und managen lassen, sondern auch im Opacc-Rechenzentrum unterbringen.
Im Prinzip handelt es sich bei "Cloud-in-a-Box" um eine "Appliance", einen vorkonfigurierten, getesten und gemanagten Server. Opacc bietet das Produkt ab nächstes Jahr ihn drei Grössen ab 22'000 Franken an. Zudem gibt es für den Betrieb der Box, die man auch mieten und / oder physisch bei sich behalten kann, verschiedene Service-Levels.
Echte Cloud-Dienstleistungen gibt es bei Opacc aber auch. So ist das neue Produkt "Enterprise CRM" nur "als Service" mietbar, bei dem sich mehrere Kunden die gleiche Infrastruktur teilen. Auch Opaccs Webshop kann sinnvollerweise als Service gemietet werden.
Neuer Slogan, neues Marketing-Design
Mit dem vor zwei Jahren lancierten "Projekt Gottardo" wagt sich Opacc in eine neue Welt. Nicht mehr die Automatisierung von firmeninternen Prozessen steht im Vordergrund, sondern die Automatisierung von Prozessen zwischen Firmen und ihrer Umwelt (Kunden, Lieferanten, ...). Dies wird sich auch in der Kommunikation von Opacc ausdrücken, so Bussmann heute Morgen in seinen abschliessenden Bemerkungen.
Der Begriff "OpaccOne" für das Produkt wird auf "Opacc" reduziert und der Slogan modernisiert. Statt "True Business Automation" wird es künftig "Extended Enterprise Software" heissen.
CRM als Web-Lösung, moderner Webshop
Den grössten Applaus erntete heute die Demonstration der neuen CRM-Lösung. "ECRM", wie sie von Opacc getauft wurde, ist eine reine SaaS-Lösung, sie wird also samt Datenhaltung und Anbindung an bestehende Business-Software gemietet und pro Monat und User bezahlt. Wie Salesforce und viele andere, läuft die Lösung komplett in einem Browser, ist also auch auf einem iPad zu gebrauchen.
Der Applaus ist nachvollziehbar, denn die heute gezeigte Lösung sieht gut aus (und erinnert an Salesforce). Sie ist rollenbasiert und die Datenansicht lässt sich auf User zuschneiden. Zudem hat sie einen schicken Kalender, der Aufgaben und Meilensteine anzeigt und sich mit Exchange und Notes synchronisieren lässt. Verkäufer und ihre Chefs werden auch die grafische Darstellung der Sales-Pipeline und Opportunities lieben.
Vier Module für mobile Clients
Die Entwicklung von mobilen Clients gehört ebenfalls zum grossen Projekt "Gottardo". So wird es bis Mitte 2013 einen mobilen Client für Service-Mitarbeiter, einen Client für Lager- und Produktionsmitarbeiter geben. Diese werden auf Windows Phone 7 und 8 aufbauen. "Mobile Sales" für Geräte mit Windows Mobile 6.5 gibt es bereits. Wie Bussmann heute sagte, wird man auch Clients für andere Plattformen (Android, iOS) entwickeln.
Wartungs-Abo teurer, Support billiger
Opacc wird nicht nur teurer, weil künftig Lizenzen für Microsoft SQL-Server fällig werden, sondern auch weil der Wartungspreis steigt. Heute kostet das "Update Agreement" 14 % der Lizenzkosten pro Jahr, künftig werden es 16 Prozent sein. Im Gegenzug wird der Preis für Support sinken, und zwar von elf auf noch neun Prozent, respektive sogar nur sieben Prozent, wenn man auf einen Rabatt von 10 Prozent auf Dienstleistungen verzichtet.
Doch auch in diesem Punkt ist Opacc sehr vorsichtig. Bestehende Kunden sind von den neuen Preisen nicht betroffen, sondern können auf Wunsch beim alten bleiben. Entsprechend gelassen wurde die Ankündigung der Preiserhöhung heute aufgenommen. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Opacc ist ein guter Werbekunde unseres Verlags.)

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