Open Source hat in der Schweiz "Plateau der Produktivität" erreicht

20. Juni 2018, 14:00
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Der Einsatz von Open-Source-Software sei in der Schweiz heutzutage der Normalfall, sagt eine von SwissICT und CH Open durchgeführte Studie.

Der Einsatz von Open-Source-Software sei in der Schweiz heutzutage der Normalfall, sagt eine von SwissICT und CH Open durchgeführte Studie.
Laut der aktuellen "Open Source Studie Schweiz 2018" setzen derzeit 78,9 Prozent der befragten Firmen und Behörden Open-Source-Software für bestimmte Zwecke ein. Der Anstieg gegenüber der letzten Durchführung der Studie beträgt 7,9 Prozentpunkte. Das ist deutlich mehr als der Anstieg von 2012 zu 2015, der bei nur 3,7 Prozentpunkten lag.
Die Studienverfasser leihen sich in einem Kurzkommentar das Vokabular des Marktforschers Gartner aus desseb bekannten Technologie-"Hype-Cycles" aus: "Nach 20 Jahren ist der Hype um Open-Source-Software längst verflogen, aber auch das Tal der Enttäuschungen erfolgreich durchschritten. Die vorliegende Open Source Studie 2018 zeigt, dass Open-Source-Software heute in vielen Bereichen produktiv eingesetzt wird."
Gemäss den Studienresultaten werden Open-Source-Komponenten und Frameworks insbesondere in der Software-Entwicklung intensiv eingesetzt. Demnach verwenden beinahe 80 Prozent der befragten Firmen und Behörden Open-Source-Programmiersprachen und über 70 Prozent Open-Source-Web-Server und -Betriebssysteme wie Linux. Besonders beliebt sind Virtualisierungslösungen wie Docker und JavaScript-Frameworks wie Angular und Node.js.
In der ICT immer wichtiger, nicht so sehr für uns
Interessant finden wir ein Resultat, das eine etwas gespaltene Wahrnehmung der Relevanz von Open-Source-Software unter den Befragten zeigt. Eine Mehrheit von 59,7 Prozent der Befragten glaubt, dass die Relevanz von Open-Source-Software in der ICT allgemein in den letzten drei Jahren stark oder eher zugenommen hat.
Bezogen auf die eigene Organisation sind es aber nur noch 41,1 Prozent, die eine solche Zunahme der Relevanz konstatiert. 45,3 Prozent sieht keine Veränderung in den letzten drei Jahren und der Rest der Befragten eine Abnahme.
Swisscom als Open-Source-Vorreiter?
In der Studie kommt prominent im Vorwort Urs Schaeppi, der CEO von Swisscom zu Wort. Schaeppi stellt Swisscom darin als eine Art Open-Source-Power-House vor: Viele Systeme wie Swisscom TV, Internetbox oder Backend-Server würden auf Linux Betriebssystemen laufen. Die Swisscom-eigene Blockchain nutze Hyperledger und die Application Cloud CloudFoundry.
In der Entwicklung, so Schaeppi, habe Swisscom zudem eine Open-Source-Faustregel: 80 Prozent Open Source plus 20 Prozent Eigenentwicklung für neue Produkte.
Die Open Source Studie Schweiz 2018 wurde von der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern durchgeführt. Es beteiligten sich laut den Autoren 243 Personen. Die grösste Gruppe stellten Geschäftsführer und CEOs dar. Rund ein Drittel der Befragten sind in Funktionen wie Informatikleiter, CTO, CIO oder CDO (Chief Digital Officer) tätig.
Die komplette Studie kann, für einmal auch ohne Preisgabe persönlicher Daten, hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden. (hjm)

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