Open Source in der Verwaltung bleibt umstritten

15. Mai 2009, 09:33
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Weitere negative Berichte aus dem Kanton Solothurn. Open-Source-Vorstoss im Kanton Aargau.

Weitere negative Berichte aus dem Kanton Solothurn. Open-Source-Vorstoss im Kanton Aargau.
In den letzten zwei Tagen haben diverse Zeitungen erneut das Thema Open Source in öffentlichen Verwaltungen aufgegriffen. Das Thema bleibt also auch zehn Tage nach dem Bekanntwerden der ausschreibungslosen Auftragsvergabe des Bundes an Microsoft topaktuell. Seit einigen Tagen geht es aber nicht mehr um die Frage, ob solche Beschaffungen ausgeschrieben werden sollen, sondern grundsätzlich darum, ob Open Source als Alternative zu Microsoft für Verwaltungen geeignet ist.
Das 'Solothurner Tagblatt' hatte bereits am Mittwoch. Ob der Wechsel auf Linux für den Kanton die gewünschten Einsparungen gebracht hat, wird eine Untersuchung der kantonalen Finanzkontrolle zeigen, die im Herbst veröffentlicht werden soll.
Grüne fordern Open Source im Aargau
Trotz dieser Berichte will die Aargauer Grossratsfraktion der Grünen die Regierung des Nachbarskantons auf Open-Source-Lösungen einschwören: "Kann die Verwaltung eine Menge Geld sparen, wenn sie sich vom Informatikriesen Microsoft emanzipiert und auf Open-Source-Software setzt?", fragt heute die 'Aargauer Zeitung'. "Ist der Regierungsrat bereit, im Hinblick auf einen möglichen Umstieg auf Open-Source-Lösungen erfolgreiche Beispiele aus anderen Kantonen konkret zu prüfen und sich vor Ort einen fundierten Überblick über die möglichen Chancen und Grenzen von Open-Source in Verwaltungen zu verschaffen?", zitiert die Zeitung aus einer Interpellation.
Die Aargauer Grünen scheinen offene Türen einzurennen. "Es gehört bereits zum Grundauftrag der Informatik-Planung, dass bei Neuanschaffungen beide Alternativen geprüft werden", heisst es beim Departement Finanzen und Ressourcen. Es stünden derzeit bereits rund 70 Linux-Server im Einsatz.
Die Grünen wünschen sich nun aber, dass Open Source flächendeckend eingeführt wird. Doch auch die 'Aargauer Zeitung' erinnert daran, dass in Solothurn nicht alles einwandfrei klappt. (Maurizio Minetti)

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