Open Source: Verbreitet, aber nicht ungefährlich

19. November 2008, 14:36
  • open source
  • gartner
  • lizenz
image

Die grosse Mehrheit der Grossfirmen haben Open-Source-Komponenten im Einsatz. Dies kann auch Probleme schaffen, sagt Gartner.

Die grosse Mehrheit der Grossfirmen haben Open-Source-Komponenten im Einsatz. Dies kann auch Probleme schaffen, sagt Gartner.
Die US-Beratungsfirma Gartner hat sich jüngst mit der Verbreitung von Open-Source-Software (OSS) in grösseren Firmen beschäftigt. Eine im Mai und Juni durchgeführte, weltweite Umfrage unter 274 Firmen aus verschiedenen Branchen zeigt auf, dass Open-Source-Produkte heute fast in jeder Firma eingesetzt werden. 85 % der befragten, unterschiedlich grossen Firmen setzen OSS ein. Der Rest plant, dies in den nächsten 12 Monaten zu tun.
Doch dies ist nicht unproblematisch, denn "gratis" heisst nicht "kostenlos", so Gartner-Beraterin Laurie Wurster. Sie warnt davor, dass man angesichts der vielen unterschiedlichen Lizenzbedingungen von OSS relativ leicht gegen Urheberrechte verstossen kann. Wer OSS einsetzt, braucht deshalb einerseits ein genaues Inventar und andererseits Prozesse zur Überwachung der Einhaltung der Lizenzbedingungen.
OSS dringt in kritische Infrastrukturen und den Applikationsbereich vor
Neue Projekte, in denen Firmen auf Open-Source-Software zurückgreifen, betreffen ähnlich oft "mission critical" wie weniger entscheidende Vorhaben. Klassischerweise werden OSS-Komponenten in gut bekannten Infrastrukturen (zum Beispiel der bekannte Webserver Apache) eingesetzt. Immer öfter trifft man OSS aber in Software-Projekten an, wo sie kommerzielle Produkte ersetzt.
Tiefere Kosten, Schutz vor Abhängigkeiten, leichterer Einstieg, aber...
Kostenreduktion ist die weitaus am häufigsten genannte Antwort auf die Frage nach der Motivation für den Einsatz von OSS. Auch wichtig scheint der leichtere Einstieg in neue IT-Projekte und der Wunsch der Firmen, sich von Abhängigkeiten von wenigen Lieferanten zu befreien.
Doch die Firmenanwender treffen auch Herausforderungen an. Die Kontrolle der Einhaltung der Lizenzbedingungen ist eine davon. Hinderlich sind die vielen verschiedenen Lizenzformen, die sich unter Umständen erst noch widersprechen. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

Google will "gehärtete" Open-Source-Software vertreiben

Der Cloudriese scheint von der Sorge vieler Unternehmen über die Sicherheit ihrer Software-Lieferkette profitieren zu wollen.

publiziert am 18.5.2022
image

Pendel schlägt zurück – jetzt drohen Chip-Überkapazitäten

Noch herrschen Lieferschwierigkeiten. Die Auguren der IT-Industrie melden aber, dass sich die aktuelle Chip-Knappheit schon 2023 in Überkapazitäten verwandeln könnte.

publiziert am 13.5.2022
image

Red Hat bringt neue Edge-Funktionen

An seiner Hausmesse präsentiert der Open-Source-Anbieter die Neuerungen im Portfolio und wird nicht müde zu betonen: "Red Hat bleibt Red Hat!"

publiziert am 11.5.2022
image

Gartner senkt IT-Wachstumsprognose

Für 2022 rechnet der Marktforscher immer noch mit IT-Ausgaben von 4,4 Billionen Dollar. Doch für CIOs wird ein unruhiges Jahr erwartet.

publiziert am 7.4.2022