Open XML: Schweiz wird für ISO-Zertifizierung stimmen

30. August 2007, 15:55
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Rund um die geplante ISO-Zertifizierung des Microsoft'schen Dokumentenformats Open XML (ooxml) ist ein wilder Streit entbrannt.

Rund um die geplante ISO-Zertifizierung des Microsoft'schen Dokumentenformats Open XML (ooxml) ist ein wilder Streit entbrannt. Verschiedene Organisationen und Vereine sowie Blogger werfen Microsoft vor, in den letzten Tagen viele Partnerunternehmen Geld bezahlt zu haben, um in Gremien für eine Befürwortung der ISO-Zertifizierung von ooxml zu stimmen. Bei der am Dienstag in Schweden abgehaltenen Abstimmung sollen 23 zusätzliche Unternehmen aufgetaucht sein, die bisher nicht an den Diskussionsrunden teilgenommen hatten.
Auch die Schweiz wird bis zum Wochenende ihre Stimme abgeben müssen. Wie es im Blog des Open-Source-Experten Matthias Stürmer heisst heute schreibt, ist die Abstimmung annulliert worden und soll nun wiederholt werden. Der Leiter des Schweizer Expertenkomitees, Rudolf Thomann, wird in der 'WOZ' mit der Aussage zitiert: "Wir haben entschieden: Die Schweiz empfiehlt, Open XML von Microsoft als internationalen Standard anzuerkennen." Zwar wurde die Abstimmung aus welchen Gründen auch immer annulliert, doch gemäss 'WOZ' dürfte die Wiederholung der Abstimmung kaum ein anderes Ergebnis bringen, da sich an der Zusammensetzung des Komitees nichts mehr ändert.
Spätestens am 2. September muss die Schweiz ihre Empfehlung an die ISO leiten. Im Februar soll auf internationaler Ebene verhandelt werden. Bislang haben Deutschland, USA und Schweden bestätigt, dass sie die Standardisierung empfehlen. Indien, China, Brasilien und Südafrika sind nach inoffiziellen Angaben dagegen. Norwegen, Italien und Spanien haben Stimmenthaltung beschlossen.
Einen ISO-Standard für Dokumentenformate gibt es bereist seit Mai 2006 unterstützt. Microsoft wird unter anderem vorgeworfen, Patente in der Dokumentation des "offenen" Standards zu verstecken, womit später Geld kassiert werden könne. (mim)

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