Operation "Auroragold": NSA suchte gezielt nach Sicherheitslücken im Mobilfunk

5. Dezember 2014, 08:17
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Der US-Geheimdienst NSA hat neuen Enthüllungen zufolge auch hunderte Mobilfunkanbieter weltweit ausspioniert.

Der US-Geheimdienst NSA hat neuen Enthüllungen zufolge auch hunderte Mobilfunkanbieter weltweit ausspioniert. Wie das Investigativ-Portal 'The Intercept' am Donnerstag unter Berufung auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden berichtete, suchte die NSA gezielt nach Sicherheitslücken in der Mobilfunktechnologie, um diese für Überwachungsmassnahmen zu nutzen. Die Karte zeigt, dass auch die Schweiz davon betroffen ist. Swisscom sagt diesbezüglich zu inside-it.ch: "Wir haben keine Hinweise, dass ein Geheimdienst Zugang zu unserem Netz hat. Wir überwachen unsere Systeme laufend und sind zudem in Kontakt mit den Schweizer Behörden."
Mehr als 1200 E-Mail-Konten aus der Branche seien bei dem Spähprogramm mit dem Namen "Auroragold" ins Visier genommen worden, heist es in dem Bericht. Die NSA verschaffte sich auf diese Weise Zugriff auf vertrauliche Dokumente und Planungen der Mobilfunkfirmen.
Der Geheimdienst fahndete dabei den Angaben zufolge nicht nur nach bestehenden Sicherheitslücken in den Netzen, sondern nutzte die erbeuteten Informationen auch, um weitere Schwachstellen in die Systeme einzubauen.
Dabei habe die NSA in Kauf genommen, dass Kriminelle ebenfalls von den
Sicherheitslücken profitieren könnten. Zu den Zielen von "Auroragold" gehörte laut 'The Intercept' die in London ansässige Branchenvereinigung für den Mobilfunkstandard GSM (GSMA).
Das Geheimprogramm habe seit mindestens 2010 existiert. Bis zum Mai 2012 habe die NSA dann technische Informationen über rund 70 Prozent der weltweiten Handynetze sammeln können. Die Erkenntnisse seien im Geheimdienstbündnis "Five Eyes" mit den Partnerdiensten aus Grossbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland geteilt worden. (sda/mim)

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