Oracle erhöht Preise (in Dollars) massiv

25. Juni 2008, 11:36
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Oracle erhöht die Listenpreise in Dollar um volle 15 bis 20 Prozent. Massive Preissteigerungen bei BEA Weblogic, Preissenkungen bei BI-Software. (Noch?) Keine Veränderungen bei den europäischen Preisen, aber...

Oracle erhöht die Listenpreise in Dollar um volle 15 bis 20 Prozent. Massive Preissteigerungen bei BEA Weblogic, Preissenkungen bei BI-Software. (Noch?) Keine Veränderungen bei den europäischen Preisen, aber...
Ist es Mut? Selbstbewusstsein? Oder einfach Frechheit? Mitten in einer spürbaren Abkühlung der US-Konjunktur erhöht Oracle die Listenpreise für seine weit verbreiteten Datenbanken um bis zu 20 Prozent. So steigt der US-Preis in der Preisliste vom 16. Juni für die neue Version der Datenbank 11g 'Enterprise Edition' von 40'000 auf 47'000 Dollar pro CPU.
Ebenfalls massiv teurer werden die WebLogic-Applikationsserver von BEA, jener Software-Firma, die Oracle im Januar nach einem längeren Übernahmekampf an sich gerissen hat. Der Preis der Enterprise Edition von BEA Weblogic wurde von 17'000 Dollar pro CPU auf 25'000 erhöht. Dieser Schritt war aber erwartet worden und Berater und Systemintegratoren hatten ihren Kunden empfohlen, ihre Lizenzen rechtzeitig zu erneuern. Ebenfalls mehr Geld will Oracle für die Business-Applikationen (E-Business-Suite, Peoplesoft, J.D. Edwards, ...). Dies gilt aber nicht für die Software für Business Intelligence, wo Oracle die Preise teilweise sogar massiv gesenkt hat. Hier scheint sich Oracle auf einen Preiskrieg gegen SAP und IBM, die ja ebenfalls BI-Firmen übernommen haben, einzustellen.
Business-Software wird selten zu "Listenpreisen" verkauft. Der Preis ist fast immer Verhandlungssache. Trotzdem gibt die Preisliste von Oracle, deren Verkäufer als harte Verhandler gelten, ein Indiz, wohin der Software-Konzern will.
Keine Preiserhöhungen in Europa, aber...
Die Preiserhöhungen scheinen nur für die USA und den Dollarraum zu gelten. "Wir wissen von keiner Preiserhöhung in Europa," so IDC-Analyst Rüdiger Spies zu inside-it.ch. Oracle verrechne weltweit ungefähr einheitliche Preise, so dass die Preiserhöhungen in Dollar "nur" den Kursverlust der US-Währung gegenüber dem Euro ungefähr wett gemacht hat. Spies: "Ich vermute, dass Oracle die US-Preise erhöht hat, damit multinationale Firmen die Dollarschwäche nicht ausnützen können, um günstiger zu Oracle-Lizenzen zu kommen, indem sie in den USA einkaufen."
Wer aber die Erhöhung der US-Preise von Oracle für eine rein amerikanische Geschichte hält, könnte sich täuschen. Sobald nämlich der Euro im Vergleich zum Dollar an Wert verliert, könnte Oracle mit der gleichen Begründung die Preise in Europa erhöhen. "So kann Oracle die Preise hochschaukeln," vermutet Spies.
Die Pressestelle von Oracle Schweiz konnte unsere Fragen vom Montag bis heute nicht beantworten. Oracle wird heute die Geschäftszahlen veröffentlichen, was der Grund dafür sein könnte. (Christoph Hugenschmidt)
(Quellen für diese Story: Diverse US-IT-Sites, insbesonders searchoracle.com, eigene Recherchen)

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