Oracle geht auf (Preis-)Angriffskurs im RZ

22. Januar 2015, 10:56
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Oracle? Billig? Mit der neuen "Virtual Compute Appliance X5" tritt Oracle gegen die vBlocks von EMC/Cisco an.

Oracle? Billig? Mit der neuen "Virtual Compute Appliance X5" tritt Oracle gegen die vBlocks von EMC/Cisco an.
Oracle hat gestern Abend eine Reihe von neuen Versionen seiner "Engineered Systems" lanciert. Durch neue Prozessoren und andere Komponenten, mehr RAM und weitere Verbesserungen sind sie selbstverständlich schneller und leistungsfähiger als ihre Vorgänger.
Seit der Übernahme von Sun argumentiert Oracle im Hardwarebereich traditionell mit überlegener Leistung oder der einfacheren Inbetriebnahme und Wartung seiner Geräte. Wenn über den Preis geredet wurde, dann in Form komplizierter "Total Cost of Ownership"-Rechnungen. Bei der neuen "Virtual Compute Appliance X5" ist das ganz anders: Oracle redet auf einmal vom Anschaffungspreis. Und der sei, so erklärte der Oracle-VR-Präsident Larry Ellison höchstpersönlich, um die Hälfte tiefer als bei einer entsprechenden Appliance von EMC und Cisco.
Die Virtual Compute Appliance vereint als vorintegrierte Appliance Computing-, Netzwerk- und Storage-Ressourcen sowie Virtualisierungs- und Cloud-Management Software. Sie ist für virtualisierte Umgebungen und Cloud Computing konzipiert und stellt von der Leistungsklasse her eine direkte Konkurrenz zu den "vBlocks" des Joint-Ventures VCE von EMC und Cisco dar. Die Oracle-Appliances konkurrieren natürlich auch ähnliche Erzeugnisse anderer Hersteller, aber Ellison konzentrierte sich ganz auf EMC und Cisco als Hauptgegner.
Mit der neuen Virtual Compute Appliance X5, so Ellison, wolle Oracle in den Kern der Rechenzentren vordringen, wo eher simple "Wald- und Wiesen-Server" vorherrschen (Ellison verwendet den Begriff "Cookie-Cutter Server"). Schon frühere Versionen der Oracle-Appliances hätten im Betrieb tiefere Gesamtkosten gehabt als die Konkurrenz, aber die Kunden seien in diesem Bereich halt auf den schnöden Kaufpreis fixiert.
Neben der Virtual Compute Appliance X5 kündigte Oracle auch die jeweils fünfte Generation der Database Appliance, der Big Data Appliance und der Zero Data Loss Recovery Appliance an. Schon bei der sechsten Generation ist die Exadata Database Machine angelangt, Oracle verwendet aber trotzdem den Namen Exadata X5. Zu diesen Systemen gibt es neu auch rein flash-basierte Storage-Server, die statt normalen Solid-State-Drives PCIe-Flashkarten verwenden, um eine noch höhere Performance zu bieten. (hjm)

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