Oracle gibt BEA-Roadmap bekannt

2. Juli 2008, 09:09
  • rechenzentrum
  • oracle
  • zukunft
  • wartung
  • support
image

Ein schneller Tod ist für keines der BEA-Produkte zu befürchten. Alle Wartungs- und Supportverträge werden eingehalten. Einige BEA-Produkte werden "strategisch", viele andere mit Oracle-Produkten gemixt.

Ein schneller Tod ist für keines der BEA-Produkte zu befürchten. Alle Wartungs- und Supportverträge werden eingehalten. Einige BEA-Produkte werden "strategisch", viele andere mit Oracle-Produkten gemixt.
Oracle hat gestern seine Middleware-Strategie für die kommenden Jahre grob umrissen. Dabei ging es natürlich vor allem um die Frage, was mit den Softwareprodukten des übernommenen Unternehmens BEA beziehungsweise mit den entsprechenden Oracle-Produkten geschehen soll.
Grundsätzlich hat Oracle dabei versprochen, alle von BEA vorgesehenen Support-Fahrpläne und natürlich die existierenden Wartungs- und Supportverträge mit BEA-Kunden zu honorieren. Ebenfalls sehr wichtig für diese Kunden: Gemäss US-Presseberichten will Oracle ihnen auch beim Pricing die Wahl lassen, auf ein Oracle-Preisschema per User oder per CPU umzusteigen, oder beim alten BEA-Pricing zu bleiben. (Vor allem beim Wechsel auf ein per CPU-Pricing à la Oracle können empfindliche Preissteigerungen resultieren.)
Einige der BEA-Produkte, die Oracle als "strategisch" eingestuft hat, sollen schnell – in den nächsten 12 bis 18 Monaten - und mit wenigen oder gar keinen Veränderungen in Oracles "Fusion"-Produktefamilie integriert werden. Das wohl wichtigste darunter ist BEAs WebLogic Applikationsserver. Das heisst auch, dass Oracles eigener Applikationsserver herabgestuft wurde. Er soll zwar, wie Oracle verspricht, ebenfalls weiterentwickelt werden, gilt aber nicht mehr als strategisch. Trotzdem hat Oracle versprochen, keinen Druck auf bestehende Applikationsserveranwender auszuüben, um sie zum Umstieg auf WebLogic zu bewegen, zum Beispiel auf Unternehmen, welche die "eBusiness-Suite" besitzen.
Auch das Tuxedo-Transaktionsverarbeitungssystem soll relativ unverändert in die Fusion-Linie integriert und auch weiterentwickelt werden. Wartung und Support soll noch mindestens neun Jahre lang angeboten werden.
Bei vielen anderen Produkte, bei denen es Überlappungen gibt, sollen die BEA- und die Oracle-Versionen miteinander verschmolzen werden beziehungsweise miteinander "konvergieren", wie es Oracle ausdrückt. Zum Beispiel sollen aus nun vier Portalen aus dem Hause Oracle - BEAs WebLogic- und AquaLogic-Portale sowie Oracles Web Center Framework und Web Center Suite – im Laufe der Jahre zwei werden. Konvergiert werden sollen auch, an der SOA-Front, die Oracle- und AquaLogic-Service-Busse, der Oracle Complex Event Manager und der WebLogic Event Server sowie der AquaLogic Business Process Manager Designer und der Oracle Business Process Designer. Das AquaLogic Repository wird bestehen bleiben, da Oracle kein entsprechendes Produkt hat, die integrierte Registry von AmberPoint wird aber durch Oracles eigene Service Registry ersetzt.
Bei den Entwicklertools setzt Oracle dagegen hauptsächlich auf die eigene JDeveloper-Umgebung und das Application Development Framework (ADF). BEAs WebLogic Workshop wird in das Oracle-Paket für die Open Source-Entwicklungsumgebung Eclipse integriert und damit kostenlos zugänglich gemacht.
Die Produkte, die schon BEA selbst aufs Abstellgleis schieben wollte, wie das Beehive-Entwcklertoolset oder Cyclone, werden auch von Oracle nicht reaktiviert. Versprochen wurde aber auch für diese Produkte weitere Wartung und Support für mindestens fünf Jahre. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Green schliesst Refinanzierung über 480 Millionen Franken ab

Mit dem eingenommenen Kapital soll vor allem in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden. Damit will der Provider seine Marktposition stärken.

publiziert am 1.12.2022
image

OVHcloud bekommt 200 Millionen Euro für neue RZs

Erstmals gewährt die Europäische Investitionsbank ein Darlehen im Cloud-Sektor. OVH will damit in Europa expandieren, und IDC anerkennt das Unternehmen neu als Hyperscaler.

publiziert am 28.11.2022
image

Bei Infopro laufen erste Systeme nach Cyber­angriff wieder

Der Berner IT-Dienstleister kann erste Systeme wieder hochfahren und hofft, im Verlauf dieser Woche zum Normal­betrieb zurückkehren zu können.

publiziert am 28.11.2022
image

Cyberangriff auf Infopro trifft auch Gemeinde Messen

Die Solothurner Gemeinde musste ihre Services nach einem Angriff herunterfahren. Derzeit kommuniziert sie über eine provisorische GMX-E-Mail-Adresse.

publiziert am 25.11.2022