Oracle haut wieder zu - Apotheker als Zeuge im Streit mit SAP vorgeladen

12. Oktober 2010, 09:24
  • international
  • oracle
  • sap
  • hp
image

Die Gräben werden immer tiefer: Jetzt hat Oracle im Industriespionage-Streit mit SAP auch den Ex-SAP-Chef Léo Apotheker, der demnächst seinen Job als HP-Chef antreten wird, auf die Zeugenliste setzen lassen.

Die Gräben werden immer tiefer: Jetzt hat Oracle im Industriespionage-Streit mit SAP auch den Ex-SAP-Chef Léo Apotheker, der demnächst seinen Job als HP-Chef antreten wird, auf die Zeugenliste setzen lassen.
Inzwischen wird die Auseinandersetzung zwischen Oracle und SAP immer gehässiger – und es wird erneut in den Prozess hinein, wie diverse US-Medien berichten, und hat ihn auf die letzten Freitag vorgelegte Zeugenliste setzen lassen.
Oracle hatte bereits im März 2007 Klage gegen SAP eingereicht dazu war gescheitert. Umstritten ist deshalb nach wie vor die Forderung von einer Milliarde Dollar, mit der sich Oracle vom deutschen Software-Riesen entschädigen lassen will.
Die Walldorfer beziffern den Schaden nur mit einigen Dutzend Millionen Dollar. Der Prozess, der den seit über drei Jahren schwelenden Streit klären soll, findet vor dem Bundesgericht im kalifornischen Oakland statt und beginnt am 1. November - just an dem Tag, an dem Léo Apotheker seinen neuen Job bei HP antreten wird.
Dass Oracle jetzt auch noch den designierten HP-Chef auf die Zeugenliste setzt, ist bei HP ziemlich sauer aufgestossen. Soeben hat der neu in den Verwaltungsrat von HP gewählte Ray Lane in einem Blog auf einen Kommentar in der 'New York Times' reagiert und Apotheker in Schutz genommen. Er wirft Oracle vor, seit Jahren nie Beweise dafür vorgelegt zu haben, dass Apotheker direkt und persönlich in den Streit verwickelt sei. TomorrowNow sei nicht von Apotheker geführt worden, vielmehr sei er es gewesen, der die einstige SAP-Tochter geschlossen habe. In der 'New York Times' hatte sich ein Kolumnist gewundert, dass die Berufung von Apotheker trotz der Industriespionage-Vorwürfe an SAP dennoch von HP durchgezogen worden sei. Denn Ex-HP-Chef Mark Hurd sei für die doch eher harmlosen Unregelmässigkeiten bei der Spesenabrechnungen schon rausgeflogen.
Dass Oracle und HP kürzlich, weil man anstatt einen starken HP-internen Kandidaten zu nehmen, sich für jemanden entschieden habe, "der gefeuert wurde, weil er bei SAP so einen schlechten Job gemacht hat". Interessant ist aber auch, dass der Brief von Ray Lane von jemandem stammt, der als ehemaliger "Kronprinz" von Ellison gehandelt wurde und bei Oracle als COO angestellt war.
Die Situation ist also weiterhin explosiv und die Gräben zwischen HP und Oracle könnten tiefer kaum sein: Beide sind Kooperationspartner und Wettbewerber zugleich, Hurd kennt HP und die Branche bis in die letzten Details, genauso wie Apotheker, der Ex-Chef des schärfsten Konkurrenten von Oracle. (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

SAP-Mitgründer Hasso Plattner noch 2 Jahre Aufsichtsratschef

Trotz Unruhe unter den Aktionären wegen der Missachtung des Rotationsprinzips ist der grosse alte Mann der SAP abermals als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt worden.

publiziert am 19.5.2022
image

Swico-GV: Adrian Müller zum neuen Präsidenten gewählt

Nach 14 Jahren als Swico-Präsident gibt Andreas Knöpfli das Amt ab. Sein Nachfolger ist Adrian Müller, Chef von HP-Schweiz.

publiziert am 19.5.2022
image

Cloudera holt Philippe Picalek von Oracle

Philippe Picalek übernimmt den Vertrieb in der Schweiz und soll wichtige Telco- und Finanzkunden in Deutschland betreuen.

publiziert am 18.5.2022
image

Itanium: HPE ringt Oracle doch noch nieder

Der 2011 begonnene Gerichtsstreit zwischen den beiden IT-Riesen ist wohl endgültig vorbei. Oracle muss 3 Milliarden Dollar blechen. Womöglich das beste Itanium-Geschäft der Geschichte von HPE.

publiziert am 17.5.2022