Oracle: Im Oktober haben wir (fast) alles in der Cloud

28. April 2015, 13:08
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Laut Co-CEO Mark Hurd sollen bis Mitte Oktober 95 Prozent aller Oracle-Produkte auch im Abo via Internet erhältlich sein.

Laut Co-CEO Mark Hurd sollen bis Mitte Oktober 95 Prozent aller Oracle-Produkte auch im Abo via Internet erhältlich sein.
Oracle möchte im Cloud-Business in die gleiche Liga wie Amazon, Microsoft und Google aufsteigen. Zu diesem Zweck, so erklärte Co-CEO Mark Hurd letzte Woche in einem Interview mit 'Bloomberg', möchte der Datenbankriese seine Produkte fast durchgängig auch im Abonnement aus der Cloud erhältlich machen. Bis Mitte Oktober, wenn die grosse Oracle-Konferenz "OpenWorld" stattfindet, sollen Kunden laut Hurd bereits 95 Prozent der Oracle-Produkte im Abonnement via Internet beziehen können. Gegenwärtig seien es knapp zwei Drittel.
"Wir investieren weiter in unsere traditionellen Produkte, und zwar ziemlich viel. Aber gleichzeitig machen wird diese Produkte in einem unglaublichen Tempo auch aus der Cloud erhältlich." Dabei, so Hurd, wolle man keine Ausnahmen machen, beziehungsweise keine der traditionellen Einnahmequellen beschützen.
Oracle machte im letzten Quartal etwas über 500 Millionen Dollar Umsatz mit Cloud-Services und hat damit den Erzrivalen Salesforce.com knapp überholt. Das nächste Ziel wäre es, in die Grössenordnung von Amazon vorzustossen. Amazon Web Services machte zuetzt 1,57 Milliarden Dollar Quartalsumsatz.
Oracles eigenes Symbolbild für die Oracle Cloud erinnert uns zwar irgendwie nicht so sehr an eine Wolke, sondern eher an eine Seifenblase, und die drohen ja bekanntlich schnell zu, äh, platzen .... aber wir wolllen diesen Gedanken hier nicht weiterspinnen.
Mehreinnahmen durch Cloud?
Wenn ein Softwarehersteller vom traditionellen Softwareverkauf zur Vermietung von Software übergeht, ändert sich auch sein Business-Modell. Wiederkehrende, gleichmässige Abonnementseinnahmen ersetzen einmalige Lizenzeinnahmen plus (tiefere) wiederkehrende Serviceeinnahmen. Damit "verzögert" sich der Umsatz.
Um dies den Aktionären trotzdem schmackhaft zu machen, machte Oracles Finanzchefin Safra Catz kürzlich folgende Rechnung: Beim Abschluss eines "Platform-as-a-Service"-Vertrags über eine Million Dollar erwarte Oracle über fünf Jahre Einnahmen von rund fünf Millionen Dollar. Beim Verkauf einer traditionellen Software-Lizenz im Wert von einer Million Dollar seien es dagegen über fünf Jahre, inklusive Wartung, nur zwei Millionen. Oracle hofft also, dass insbesondere das Platform-as-a-Service-Angebot zu Folgeaufträgen führt, weil Kunden auf der Oracle-Plattform typischerweise auch weitere Oracle-Produkte verwenden. (hjm)

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