Oracle kauft DDoS-Opfer Dyn

22. November 2016, 10:33
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Oracle hat gestern Abend etwas überraschend die Übernahme des DNS-Service-Providers Dyn angekündigt.

Oracle hat gestern Abend etwas überraschend die Übernahme des DNS-Service-Providers Dyn angekündigt. Der Kaufpreis für das Unternehmen wurde nicht bekannt gegeben. Laut Spekulationen in US-Medien könnte er rund 600 Millionen Dollar betragen.
Dyn war vor einem Monat aufgrund einer DDoS-Attacke in die Schlagzeilen geraten, die vor allem in den USA das Internet stark beeinträchtigte. Dies hat Oracle aber offensichtlich nicht vom Kauf abgehalten.
Der Service von Dyn soll laut Oracle in Zukunft Teil des Cloud-Angebots des Softwareriesen werden. Dies macht durchaus Sinn, analysieren Beobachter der Cloud-Szene. Oracle hat das ehrgeizige Ziel, in naher Zukunft als Cloud-Provider in die Liga von AWS, Microsoft und Google aufzusteigen. Sowohl AWS als auch Google können ihren Cloud-Kunden bereits DNS-Services anbieten. Dyn beschränkt sich zudem nicht nur darauf. Das Unternehmen bietet seinen Kunden auch Services zur Optimierung und Beschleunigung ihres Internet-Traffics. Dieser basiert teilweise auf Daten, die Dyn zur Trafficsituation und Störungen im globalen Internet sammelt. Dazu gehört natürlich ironischerweise auch die Störung, die durch Dyn selbst vor einem Monat betraf.
Ein Faktor für Oracle dürfte zudem auch sein, dass man durch die Übernahme einen neuen Zugang zu vielen potentiellen Cloud-Kunden erhält. Dyn hat 3500 Kunden, darunter einige Riesen wie Netflix, Twitter, Pfizer und CNBC. Viele davon dürften zwar auch schon Oracle-Datenbankkunden sein, aber durch die Kontakte von Dyn könnte der Riese auch eher an Cloud-Entscheider herankommen. (hjm)

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