Oracle-Lizenzierung gibt zu reden

17. Dezember 2014, 14:02
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Wer VMware vSphere ab 5.1 für die Virtualisierung einsetzt, muss in Zukunft Oracle-Software für den Gebrauch auf einem ganzen vCenter bezahlen. Oracle-Partner geben sich bedeckt, die SOUG klärt Ausweg ab.

Wer VMware vSphere ab 5.1 für die Virtualisierung einsetzt, muss in Zukunft Oracle-Software für den Gebrauch auf einem ganzen vCenter bezahlen. Oracle-Partner geben sich bedeckt, die SOUG klärt Ausweg ab.
Das kann ganz schön ins Geld gehen: Oracle schraubt an den Lizenzbedingungen für den Betrieb von Software auf virtuellen Servern. Betroffen sind Anwender, die die weltweit am meisten verwendete Virtualisierungstechnologie von VMware einsetzen. Bisher hat man die nötigen Lizenzen für Oracle-Software nach Anzahl Server-Kerne im jeweils eingesetzten Cluster berechnet. Neu werden nicht nur die Kerne im Cluster, sondern im ganzen vCenter zur Berechnung der Lizenzkosten gezählt. Dies gilt für Firmen, die VMware vSphere ab Version 5.1 einsetzen. De fakto wird die neue Berechnungsweise für Oracle-Lizenzen auf eine Preiserhöhung herauslaufen.
Oracle begründet den Schritt damit, dass man virtuelle Server ab vSphere 5.1 innerhalb des ganzen vCenters verschieben kann. Dies berichtet die deutsche Zeitschrift 'ChannelPartner' in einem ausführlichen Artikel über die Jahresversammlung der Oracle-Usergruppe DOAG. Oracle selbst wolle zum Thema keine Stellung nehmen, liess der hochprofitable US-Software-Riese über seine PR-Agentur ausrichten.
Die neue Lizenzpolitik sorgt bei Oracle-Anwendern für viel Gesprächstoff. Dies bestätigte Hans Wyss, der sich bei der Schweizer Oracle-Usergruppe um das Thema Lizenzen kümmert. Er klärt zur Zeit ab, ob es allenfalls einen relativ einfache Lösung gebe, indem man die Oracle-Software in einem vCenter betreibt und Nicht-Oracle-Software in einem anderen.
Grosse US-Software-Konzerne wie Oracle, Microsoft oder Attachmate (Novell, Suse) pflegen ihre Lizenzpolitik mit harter Hand und vielen Anwälten durchzusetzen. Es gibt kaum einen Informatiker-Anlass, an dem nicht hinter vorgehaltener Hand über die "Audit" genannten Kontrollen, ob Kunden auch wirklich genug bezahlen, geflucht wird. Offen äussern mag man sich aber nicht: Schweizer Oracle-Kunden und -Partner wollten mit uns lieber nicht über das neue Lizenzmodell von Oracle für VMware-Anwender reden. (Christoph Hugenschmidt)

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