Oracle: Mischen soll man können, aber nicht wollen

24. Oktober 2006, 16:16
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Standards sind schon recht, aber am Besten kauft ihr alles von uns.

Standards sind schon recht, aber am Besten kauft ihr alles von uns.
Weltbewegende Neuerungen kündigte Oracle an der am Wochenende eröffneten grossen "Oracle OpenWorld"-Kundenkonferenz in San Francisco bisher nicht an. An seiner sonntäglichen Eröffnungs-Keynote zur Pracle-Strategie wiederholte President Charles Phillips dafür eine bereits wohlbekannte Botschaft: Für Kunden bringe es wesentliche Vorteile, einen ganzen "Softwarestapel" (Stack), von der System-Management-Software über die Datenbanken und Middleware bis zu den Business-Applikationen aus einer Hand (Oracles Hand) zu beziehen, statt Produkte verschiedener Hersteller zu mischen.
Oracle sei weiterhin dabei, mit der "Fusion Middleware" als Grundlage, seinen Stack weiter zu integrieren und damit seinen Wert für Kunden, ihn als Ganzes einzusetzen, zu erhöhen. "Wir versuchen systematisch, das Risiko zu reduzieren, die Kosten zu reduzieren, und die 'Erfahrung' beim Softwareeinsatz zu verbessern."
Fast schien es, als wolle er dadurch vor allem dem durch gewisse Aussagen von Larry Ellison bei manchen US-Analysten und Medien entstandenen Eindruck, Oracle poche nicht mehr so stark darauf wie früher, dass Kunden alle wesentlichen Softwareteile von Oracle kaufen, entgegenwirken.
Dass Oracle betont, seine Produkte seien standardbasiert, und daher jederzeit gegen Konkurrenzprodukte austauschbar, ist dabei kein Widerspruch in sich selber. Erstens versucht Oracle, wie Ellison letzte Woche betonte, in jeder Softwareschicht das "Best-of-Breed"-Produkt zu entwickeln – der Austausch müsste also nach den Vorstellungen Oracles generell weg von der Konkurrenz laufen, und nicht umgekehrt. Und zweitens gibt man sich zuversichtlich, in nicht allzuferner Zukunft so viele Vorteile aus der Integration der eigenen Produkte herauszuholen, dass Kunden gar nicht mehr ans Mischen denken. (Hans Jörg Maron)

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