Oracle Open World: Neuer Prozessor, neue Server und ein "Oracle Linux"

20. September 2010, 23:03
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SPARC T3 als Weltneuheit mit 16 Kernen.

SPARC T3 als Weltneuheit mit 16 Kernen.
An der derzeit in San Francisco stattfindenen Oracle OpenWorld hat John Fowler, Executive Vice President, Server and Storage Systems von Oracle, eine Weltneuheit vorgestellt. Der jüngste Prozessor aus dem Hause Oracle heisst SPARC T3, verfügt über ganze 16 Kerne und 6 MB Level-2-Cache. Der "nur" mit 1,65 Ghz getaktete Prozessor kann allerdings bis zu 128 Threads gleichzeitig verarbeiten. Zusammen mit Solaris Containers und Oracles Virtual Machine (das frühere Logical Domains) lassen sich so bis zu 128 virtuelle Systeme pro Prozessor betreiben. Der als "System-on-a-Chip" (SoC) designte T3 verfügt zusätzlich über 10-Gigabit-Ethernet, zwei PCI-Express Schnittstellen und einen kryptographischen Co-Prozessor.
Neben dem neuen Prozessor, der mit acht oder sechzehn Kernen erhältlich ist, hatte Fowler auch die passenden Server im Gepäck. Hier reicht die Palette von einem einfachen Single-Socket-Blade bis zum 64-Core-Server mit ingesamt 512 Threads.
Nach Fowler betrat auch der ehemalige HP-Chef und neue Oracle-Co-Chef Mark Hurd die Bühne und präsentierte den neuen Datenbank-Server Exadata X2-8. Exadata X2-8 soll sowohl Anfragen bis zu zehn Mal schneller ausführen als auch bei der Komprimierung bis zu zehn Mal schneller sein. Die Server werden sowohl mit Solaris 11 Express als auch mit Oracle Linux mit dem neuen "Unbreakable Enterprise Kernel" angeboten werden. Für den X2-8 bietet Oracle nun vier verschiedene Konfigurationen an. Die Server sollen ab sofort erhältlich und innert 30 bis 45 Tagen lieferbar sein, wie Hurd sagte. Unklar blieb aber, ob die Preiskalkulation auf den selben Berechnungen beruht, wie bei den anderen Konfigurationen.
Kleinere (oder grössere) Differenzen mit dem Linux-Hersteller Red Hat scheinen Oracle zudem dazu bewegt zu haben, verstärkt auf sein eigenes Linux-Derivat zu setzen. So rückt man nun vom Konzept, unter dem Namen "Unbreakable Linux" einen exakten Klon von Red Hat Enterprise Linux zu vertreiben, ab. Das bisherige Linux wurde in "Oracle Linux" umbenannt und mit einem neuen Kernel namens "Unbreakable Enterprise Kernel" versehen. Oracle Linux soll eine um bis zu 75 Prozent höhere Leistung in Bezug auf die Transaktionsverarbeitung aufweisen und um bis das zweifache schneller bei der Datenübertragung sein.
Als Grund für den Einsatz eines eigenen Linux-Kernels nannte Fowler die träge Reaktion seitens Red Hat auf die Verbesserungsvorschläge und Code-Optimierungen von Oracle. Allerdings, so Fowler abschliessend, arbeite man weiter eng mit Red Hat zusammen. Kunden hätten nach wie vor die Möglichkeit, sich für Red Hat als Betriebssystem zu entscheiden. (Thomas Bruehwiler, San Francisco)

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