Oracle-SAP-Streit: SAP sagt "Tschuldigung"

3. Juli 2007, 09:56
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SAP gibt "unangemessene Downloads" von Oracle-Software durch TomorrowNow zu. SAP habe aber keinen Zugriff auf Oracle-Material gehabt.

SAP gibt "unangemessene Downloads" von Oracle-Software durch TomorrowNow zu. SAP habe aber keinen Zugriff auf Oracle-Material gehabt.
Überraschende Wende im Rechtsstreit zwischen Oracle und SAP. Oracle hat den deutschen ERP-Riesen im März eingeklagt Oracle beschuldigt SAP, über die Tochterfirma TomorrowNow geistiges Eigentum gestohlen zu haben.
Heute hat nun SAP-Chef Henning Kagermann überraschend Verfehlungen der Tochterfirma TomorrowNow eingestanden. TomorrowNow habe "einige Fehlerbehebungen und Wartungsdokumente in unangemessener Weise heruntergeladen", heisst es heute in einer Erwiderung auf die Klage von Oracle. Kagermann:" "Für mich ist selbst ein einziger unangemessener Download inakzeptabel und wir bedauern diesen Vorfall sehr," so Kagermann. SAP verspricht, den US Justizbehörden alle angeforderten Dokumente zu auszuliefern.
Gleichzeitig betont der deutsche ERP-Hersteller aber, dass das Unternehmen selbst keinen Zugang zu Oracle-Material hatte. Der Systemintegrator TomorrowNow sei durch eine "Firewall" von SAP getrennt. TomorrowNow sei grundsätzlich berechtigt gewesen, im Auftrag von Kunden Patches und Wartungsdokumente von Oracle herunterzuladen.
Aufpasser für TomorrowNow
Die Tochterfirma TomorrowNow ist ein wichtiger Baustein in SAPs Bemühungen, Firmen, die Software von J.D. Edwards, Peoplesoft und Siebel einsetzen, von Oracle wegzulocken. TomorrowNow unterbot Oracle bei den Preisen für den Software-Support massiv.
Nun bekommt der Systemintegrator einen Aufpasser durch das Mutterhaus verpassen. SAP COO Mark White, vormals Finanzchef von SAP USA, wird als "Executive Chairman" von TomorrowNow eingesetzt, dessen Chef, Andrew Nelson, nun an ihn berichtet. White soll "die konsequente Umsetzung bestehender Verfahrensregeln und neuer Richtlinien" durchsetzen.
Oracle-Chef Larry Ellison hat beim Segeln im Louis-Vutton-Cup gegen das italienische Syndikat Luna Rossa zwar verloren, gegen den deutschen Erzfeind scheint er nun aber mehr Glück zu haben. (Christoph Hugenschmidt)

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