Oracle Schweiz holt SAP-Mann für das ERP-Business

2. März 2005, 20:35
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Kaum Entlassungen wegen Peoplesoft-Übernahme in der Schweiz

Kaum Entlassungen wegen Peoplesoft-Übernahme in der Schweiz
Heute Nachmittag stellte Joachim Asbrede, seines Zeichens seit sieben Jahren der Chef von Oracle Schweiz, die Roadmap für den Zusammenschluss von Peoplesoft, J.D. Edwards und Oracle in der Schweiz vor.
Gemäss Asbrede wird es in der Schweiz - anders als in USA - kaum zu Entlassungen in Zusammenhang mit der Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft kommen. Bis heute seien gerade mal zwei Entlassungen bei Peoplesoft Schweiz definiert. Gehen muss auf jeden Fall der bisherige Geschäftsführer von Peoplesoft Schweiz, Floris van Heijst.
Asbrede glaubt, dass ingesamt im Übernahmeprozess von Peoplesoft/J.D. Edwards Schweiz durch Oracle maximal 10 Stellen abgebaut würden. Oracle Schweiz soll im Zuge der Integration, die rechtlich erst per 1. Juni statt finden wird, von heute etwa 300 Stellen auf 330 wachsen.
SAP-Mann für's ERP-Geschäft
Gleichzeitig mit der Integration des Peoplesoft-Business wird sich Oracle in der Schweiz neu aufstellen. Neu wird die Verkaufsorganisation von Oracle in drei Pfeilern aufgestellt: Applikationen (ERP) unter der Leitung von Jürg Maurer, Middleware (Applikationsserver, Collaboration Suite) mit Helmut Eichert und Technologie (Datenbank) mit René Probst.
Jürg Maurer (Foto) ist erst seit wenigen Monaten bei Oracle. Er war zuvor fünfeinhalb Jahre bei SAP, zuletzt als Verantwortlicher für das Geschäft mit der Finanzindustrie. Maurer kommentiert seinen Wechsel zu Oracle so: "Ich habe auf die Übernahme von Peoplesoft spekuliert und ich glaube, wir haben gewisse technologische Vorteile gegenüber SAP."
"J.D. Edwards ist überhaupt nicht tot"
Im Gegensatz zu gewissen Aussagen während des "unfreundlichen" Übernahmekampfes um Peoplesoft, verspricht Oracle heute hoch und heilig, die Produkte von Peoplesoft und J.D. Edwards langfristig zu unterstützen. Peoplesoft-Software soll bis 2013 unterstützt werden.
Vor allem scheint man in der Schweiz das Geschäft mit der Software von J.D. Edwards ("Peoplesoft World") wiederbeleben zu wollen. Dieses hatte in den letzten Jahren durch den eher schlechten Support gelitten. Maurer: "J.D. Edwards ist überhaupt nicht tot und es ist keine Rede davon, die Software einzustampfen."
"Fusion" ab 2008
Die für 2006 angekündigten neuen Versionen von Peoplesoft und J.D. Edwards will Oracle alle termingerecht ausliefern. Danach wird zwar die bestehende Software unterstützt, neue Versionen wird es aber nicht mehr geben.
Mit einem ungeheuer ehrgeizigen Plan will Oracle ab 2008 die ganz unterschiedlichen ERP-Plattformen von Peoplesoft, J.D. Edwards und der eigenen E-Business Suite auf eine technologische Basis stellen. Man sei eben der Konkurrenz technologisch um etwa fünf Jahre voraus, sagte Asbrede in Oracle-mässiger Unbescheidenheit. Lesen Sie mehr über die ERP-Pläne von Oracle und ihre Bedeutung für Schweizer ERP-Systemintegratoren ab Morgen Donnerstag in einem längeren Feature-Artikel - natürlich auf inside-channels.ch. (Christoph Hugenschmidt)

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