Oracle-Sun: Sagt die EU diese Woche Ja?

19. Januar 2010, 10:24
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Bereits am Mittwoch oder Donnerstag könnte die EU-Kommission den Kauf von Sun durch Oracle genehmigen. Derweil konzentriert sich die "helpmysql.org-Kampagne" auf Russland und China, welche die Übernahme noch blockieren könnten.

Bereits am Mittwoch oder Donnerstag könnte die EU-Kommission den Kauf von Sun durch Oracle genehmigen. Derweil konzentriert sich die "helpmysql.org-Kampagne" auf Russland und China, welche die Übernahme noch blockieren könnten.
Obwohl die EU-Kommission noch bis zum 27. Januar 2010 Zeit hat, darüber zu entscheiden, ob der Software-Riese Oracle den Serverhersteller Sun Microsystems übernehmen darf, dürfte ein Entscheid schon diese Woche fallen. Das zum 'Wall Street Journal' gehörende Blog "All Things Digital" schrieb gestern, dass die EU vielleicht schon morgen Mittwoch oder Donnerstag den Deal genehmigen wird.
Drei E-Mails von Oracle
Der Autor des Blogbeitrags stützt sich auf Quellen aus beiden Unternehmen. Eine offizielle Stellungnahme gibt es dazu aber nicht. Im Blog wird betont, dass der Entscheid unter Umständen trotzdem erst Ende Januar fallen könnte, falls die EU-Kommission diese Woche nicht beschlussfähig ist, das Quorum also nicht erreicht wird.
So oder so soll der Deal Anfang Februar abgeschlossen werden, heisst es im Blog. Beide Firmen seien schon gut darauf vorbereitet. Die meisten Job-, Produkt- und Organisationsentscheidungen seien erfolgt. Oracle habe drei E-Mail-Rundschreiben für Sun-Angestellte vorbereitet. In der ersten E-Mail gratuliert Oracle den Angestellten, die an Bord bleiben. Das zweite Schreiben wird eine Kündigung sein und in der dritten E-Mail wird Oracle den restlichen Angestellten anbieten, für eine Übergangszeit im Unternehmen zu bleiben. Gemäss den neusten Berichten glaubt man, dass die Hälfte aller Sun-Leute über die Klinge springen muss.
"helpmysql.org-Kampagne" gibt auf
Derweil hat die "helpmysql.org-Kampagne", die MySQL-Erfinder und -Gründer Michael 'Monty' Widenius kürzlich gründete und inzwischen 30'000 Unterschriften gesammelt hat, das EU-Verfahren bereits abgehakt. Die MySQL-Freunde wollen sich stattdessen auf China und Russland konzentrieren. Diese Länder könnten nach wie vor die Übernahme blockieren, sofern Oracle keine angemessenen Lösungsvorschläge unterbreite, heisst es in einer Mitteilung.
Die EU-Kommission habe in weiten Teilen des Verfahrens "Mut und Kompetenz" demonstriert, habe am Ende "aber schwach ausgesehen". China und Russland seien hingegen "mächtige, selbstbewusste und open-source-freundliche Länder, die es besser machen könnten als die EU", glauben die MySQL-Unterstützer. (mim)

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