Oracle verliert vor Gericht gegen Pentagon

2. September 2020, 15:22
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Der gerichtliche Streit um die Beschaffung einer Pentagon-Cloud namens Jedi schwelt weiter und weiter.

Ein US-amerikanisches Berufungsgericht wies die Beschwerde von Oracle gegen den umstrittenen 10 Milliarden Dollar schweren Cloud-Computing-Vertrag des Pentagon zurück. Dies meldet 'Bloomberg'.
Oracle wirft dem Verteidigungsministerium (DoD) unter anderem vor, es habe gegen Beschaffungs-Regeln verstossen und die Ausschreibung der Joint Enterprise Defense Infrastructure (Jedi) auf Microsoft und AWS zugeschneidert. Zudem habe es Interessenkonflikte gegeben, weil Pentagon-Mitarbeiter nach ihrer Mitarbeit bei der Ausschreibung zu AWS gewechselt hatten.
Das Berufungsgericht allerdings sah das anders und bestätigte ein früheres Urteil, nachdem Oracle durch Fehler des Pentagon bei der Beschaffung nicht geschädigt wurde, da sich der Konzern ohnehin nicht für den Auftrag qualifiziert hätte.
Das Pentagon vergab den Auftrag im Oktober 2019 an Microsoft und nur AWS hatte ein weiteres Angebot eingereicht. Allerdings hat Microsoft noch nichts gewonnen, denn die Beschaffung zieht sich bis heute in die Länge, weil Amazon gegen den Zuschlag Einspruch erhoben hat.
Die Begründung: Der Auftrag sei wegen unzulässiger Beeinflussung durch Präsident Donald Trump an Microsoft vergeben worden.
In der Folge musste erst gerichtlich geklärt werden, ob das DoD wegen der Vergabe nachbessern darf oder muss. Ein Gericht entschied "ja" und gab dem Ministerium 120 Tage Zeit, die AWS-Kritik einfliessen zu lassen.
Diese Einsprache verzögerte die Beschaffung ein weiteres Mal und aktuell klagt das Ministerium, die 120 Tage gerichtliche Frist würde nicht ausreichen für Korrekturen.
AWS, Oracle, Microsoft und das DoD reagierten bis anhin nicht auf Anfragen von 'Bloomberg', aber es ist schwer vorstellbar, dass die Situation sich rasch klären wird.

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