Oracle verteuert HW-Support massiv

15. April 2010, 14:47
  • rechenzentrum
  • oracle
  • support
image

Oracle dampft Suns Support-Modelle auf ein einziges, teures Modell ein. Interessant: Bei sehr günstigen Servern ist Oracles Support für Hardware und Betriebssytem günstiger als die Angebote der Linux-Distributoren.

Oracle dampft Suns Support-Modelle auf ein einziges, teures Modell ein. Interessant: Bei sehr günstigen Servern ist Oracles Support für Hardware und Betriebssytem günstiger als die Angebote der Linux-Distributoren.
Wer früher einen Supportvertrag mit Sun Microsystems für Hardware und Betriebssystem abschliessen wollte, hatte die Qual der Wahl, denn es gab Varianten von "Bronze" bis "Platinum". Heute ist alles viel einfacher - aber auch teurer. Viel teurer. Neu gibt es nur noch "Premier Support" für Software, Betriebssysteme (Solaris, Linux und Oracle VM auf Sun-Systemen) und Hardware.
Der Support für Software kostet jährlich 22 Prozent der netto Lizenzkosten, der Support für Betriebssysteme kostet 8 Prozent, derjenige für Hardware + Betriebssystem 12 Prozent des Netto-Systempreises, wie wir einer Tabelle entnehmen, die Pascal Stürchler vom Sun-Spezialisten Acceleris in seinem Blog veröffentlicht hat.
Verdreifachung der Preise
Oracles "Premier Support" entspricht im Umfang (Reaktionsgeschwindigkeit, Leistungsumfang) etwa Suns früherem "Gold" Support, so Stürchler. Der Preis ist allerdings etwa dreimal höher als bisher. Dazu kommt, dass Oracle Ersatzteile nur noch an zahlende Supportkunden liefert - man also fast gezwungen ist, Supportverträge abzuschliessen.
Richtig teuer wird es für Betreiber der grossen Sun-Systeme. Ein M5000, für das man (je nach Ausstattung) etwa 300'000 Franken bezahlt hat, kostet dann noch 36'000 Franken jährlich dazu. Unklar ist allerdings, was der reine Hardware-Support kosten wird - darüber macht Oracle schlicht keine Aussage. "Die ersten Reaktionen der Kunden möchte ich hier nicht weitergeben," schreibt Stürchler in vornehmer Zurückhaltung.
Richtig billig ist die Sache allerdings bei günstigen Systemen, schreibt Stürchler. Bei einem X86-Server, der 5000 Dollar gekostet hat, kostet der Support für "Blech" und Betriebssystem nur 600 Dollar pro Jahr. Inklusive HW, OS Virtualisierungstechnologie und einer Reaktionszeit von zwei Stunden. Dies, so Stürchler, ist wesentlich weniger als man bei einem vergleichbaren System mit Linux oder Windows und VMware für die Virtualisierung zu berappen hätte. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

RZ-Ausfälle kosten schnell mal mehr als 1 Million Dollar

Eine internationale Studie zeigt, dass die Betreiber auch im nachhaltigen Umgang mit Strom und Wasser noch Verbesserungs­potenzial aufweisen.

publiziert am 22.9.2022
image

Weshalb sich Cloud-Zahlen nur schwer vergleichen lassen

Weil die Hyperscaler ihre Umsätze unterschiedlich berechnen und ausweisen, ist ein direkter Vergleich der einzelnen Konkurrenten nur sehr schwer möglich.

publiziert am 21.9.2022
image

2023 zieht Helvetia den eigenen RZs den Stecker

Helvetia will komplett in die Cloud. Wir haben mit CTO Achim Baumstark, Cloud-Leiter Raphael Graber und Michael Hanisch von AWS über die Migration gesprochen.

publiziert am 15.9.2022
image

Swissbit entwickelt jetzt auch SSDs für Rechenzentren

Der Schweizer Speicherhersteller spannt mit dem US-Unternehmen Burlywood zusammen und will in den RZ-Bereich vorstossen.

publiziert am 15.9.2022