Oracle will eine Milliarde aus dem SAP-Portemonnaie

27. Juni 2008, 10:49
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Oracle will einen Drittel oder mehr des letztjährigen Jahresgewinns der Waldorfer als Schadensersatz für die angeblichen Untaten von TomorrowNow.

Oracle will einen Drittel oder mehr des letztjährigen Jahresgewinns der Waldorfer als Schadensersatz für die angeblichen Untaten von TomorrowNow.
Oracle-Anwälte haben in seinem Prozess gegen SAP erstmals die ungefäre Höhe des Schadens beziffert, der für Oracle aus dem angeblichen Fehlverhalten der SAP-Tochter TomorrowNow entstanden sein soll. Die Schadensersatzsumme, die den Anwälten vorschwebt, ist erklecklich: Einige hundert Millionen Dollar stünden Oracle auf jeden Fall zu, wahrscheinlich aber sogar mindestens eine Milliarde Dollar oder mehr.
TomorrowNow bietet als Drittanbieter Softwarewartung und -Support für Unternehmen an, die Produkte der von Oracle übernommenen Firmen PeopleSoft und Siebel im Einsatz haben, und unterbot dabei die Preise, im Rahmen seiner Tätigkeit die Zugänge von Kunden benutzt zu haben und illegalerweise Supportmaterial und Software von Oracle heruntergeladen und verwendet zu haben.
SAP hat schon vor längerem zugegeben, dass es gewisse "unangemessene" Downloads gegeben habe. Die jetzt von Oracle genannte Schadenssumme würde allerdings auch einen Softwareriesen wie SAP empfindlich im Portemonnaie treffen: SAP machte letztes Jahr knapp drei Milliarden Dollar Gewinn. SAP-Anwälte bezeichneten die Schadenssumme allerdings als völlig haltlos: Es handle sich um eine wilde und viel zu ungenaue Spekulation. Zudem hätten die Oracle-Anwälte noch nicht einmal erklärt, wie denn überhaupt der angebliche finanzielle Schaden für Oracle entstanden sei.
Dazu sollte man wissen, dass Kläger bei solchen Schadensersatzprozessen in den USA routinemässig anfänglich eine möglichst hohe Schadenssumme nennen (müssen). Das ist die logische Taktik. Normalerweise einigt man sich irgendwann auf eine wesentlich tiefere Summe. Richtig teuer für die Beschuldigten wird es allerdings, wenn das Gericht zum Schluss kommt, dass das Fehlverhalten so schlimm war, dass dem Angeklagten mit einem "Straf-Schadensersatz" (punitive damages) auf die Finger geklopft werden muss. Dieser kann die eigentliche Schadenssumme um ein mehrfaches übersteigen. (Hans Jörg Maron)

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